Gesundheit / 17.03.2020

Fast 7 Milliarden Euro für Reha

Die Deutsche Rentenversicherung gab im Jahr 2018 6,8 Milliarden Euro für Reha-Leistungen aus und bearbeitete 1,6 Millionen Reha-Anträge.

Bild zum Thema 6,8 Milliarden Euro für Reha. – Physiotherapeutin hilft Mann bei einer Übung am Boden.

Berlin (aze). 2018 wurden bei der Deutschen Rentenversicherung mehr als 1,6 Millionen Anträge auf medizinische Rehabilitation gestellt. Das geht aus dem aktuellen Reha-Bericht hervor. Demnach wurden 1.031.294 Anträge genehmigt, davon entfielen mit 32.757 drei Prozent auf die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen.

Insgesamt kosteten die Reha-Leistungen rund 6,8 Milliarden Euro (brutto), davon rund 5 Milliarden Euro für medizinische Rehas, rund 1,3 Milliarden Euro für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) und rund 0,4 Milliarden Euro für Sozialversicherungsbeiträge. Eine stationäre medizinische Rehabilitation bei körperlichen Erkrankungen kostet im Schnitt 3.112 Euro. Die um einiges längeren medizinischen Reha-Leistungen bei psychischen und Abhängigkeitserkrankungen sind mit durchschnittlich 7.193 Euro deutlich teurer.

Anteil an ambulanten Reha-Leistungen steigt

Laut DRV machen ambulante Reha-Leistungen inzwischen 15 Prozent aller medizinischen Reha-Leistungen aus. Die Anschlussreha (AHB) umfasste 2018 mit 364.746 Leistungen mehr als ein Drittel aller medizinischen Reha-Leistungen (37 Prozent). Außerdem gab es 147.923 Leistungen zur Reha-Nachsorge. 53.997 Rehabilitanden erhielten 2018 durch die stufenweise Wiedereingliederung Unterstützung bei ihrer Rückkehr in den Beruf.

Die häufigsten Reha-Indikationen waren Erkrankungen von Muskeln, Skelett und Bindegewebe: Auf sie entfielen stationär mehr als ein Drittel der Reha-Leistungen bei Frauen und Männern, im ambulanten Bereich 74 Prozent der Reha-Leistungen bei Frauen und 67 Prozent bei Männern.

Ältere nehmen häufiger Reha in Anspruch

Mit steigendem Alter wird Rehabilitation häufiger in Anspruch genommen. Frauen und Männer in der medizinischen Rehabilitation sind durchschnittlich nahezu gleich alt: Frauen 53,5 Jahre, Männer 53,4 Jahre. Frauen nehmen insgesamt etwas häufiger medizinische Reha-Leistungen in Anspruch als Männer.

Die durchschnittliche Dauer einer stationären medizinischen Rehabilitation wegen körperlicher Erkrankungen variiert, je nach Diagnosegruppe, zwischen 23 und 24 Tagen (ohne neurologische Erkrankungen). In den zwei Jahren nach ihrer Rehabilitation sind 86 Prozent der Rehabilitanden erwerbsfähig.

Mehr Männer beantragen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA)

2018 gingen bei der Rentenversicherung 434.534 Anträge auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) ein. 142.917 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) wurden 2018 abgeschlossen. Männer nehmen deutlich häufiger LTA in Anspruch als Frauen: Im Jahr 2018 wird etwa ein Drittel der LTA von Frauen absolviert.

In der beruflichen Rehabilitation sind Frauen durchschnittlich knapp ein Jahr jünger als Männer: Frauen 47,6 Jahre, Männer 48,4 Jahre. Etwa ein Fünftel der LTA sind berufliche Bildungsleistungen. Erkrankungen von Muskeln, Skelett und Bindegewebe stehen auch bei LTA als Ursachen an erster Stelle (Frauen 57 Prozent, Männer 63 Prozent).

Gut drei Viertel aller Teilnehmer schließen ihre berufliche Aus- und Weiterbildung erfolgreich ab. Noch zwei Jahre nach Abschluss einer beruflichen Bildungsleistung nimmt die pflichtversicherte Beschäftigung zu (nach sechs Monaten bei 48 Prozent, nach zwei Jahren bei 58 Prozent der Teilnehmer).

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Autor

Anne Zegelman