Rente / 05.07.2021

Fast drei Millionen Renten gehen an Ausländer

Zahlungen an Senioren, Erwerbsgeminderte und Hinterbliebene mit nicht-deutschem Pass sind oft deutlich niedriger als die an deutsche Rentner.

Bild zum Beitrag "Fast drei Millionen Renten gehen an Ausländer". Das Bild zeigt eine Menschenmenge, die eine Straße entlang läuft.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die steigende Zahl von ausländischen Beschäftigten und Selbstständigen, die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, schlägt sich auch in mehr Rentenzahlungen nieder. Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung wurden im vergangenen Jahr fast drei Millionen Renten an Rentnerinnen und Rentner mit nicht-deutschem Pass gezahlt. Die größte Gruppe darunter waren knapp zwei Millionen Renten, die monatlich an Seniorinnen und Senioren ausgezahlt wurden. Mehr als 186.000 Renten flossen auf die Konten ausländischer Erwerbsgeminderter, etwa 630.000 an Witwen und Witwer. Dazu kamen knapp 45.000 Renten für ausländische Waisen und knapp 1.300 Erziehungsrenten für geschiedene Elternteile mit Kindern, deren Ex-Ehepartner verstorben ist.

An Ausländer gezahlte Renten sind im Schnitt deutlich niedriger als die Renten für deutsche Rentnerinnen und Rentner. Den Daten der Rentenversicherung zufolge bekamen deutsche Bezieherinnen und Bezieher einer Altersrente im Vorjahr monatlich im Schnitt 1.043 Euro überwiesen, Ausländerinnen und Ausländer 545 Euro. Ein wesentlicher Grund für die große Differenz dürfte darin bestehen, dass die Zuwanderer nur einen Teil ihres Erwerbslebens in Deutschland zurückgelegt oder neben der Kindererziehung nur wenige Erwerbszeiten haben. Zudem sind viele von ihnen in geringer bezahlten Jobs beschäftigt als deutsche Versicherte.

Auch Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten niedriger

Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten für ausländische Versicherte fallen im Schnitt ebenfalls erheblich geringer aus die Bezüge von Deutschen. Die Nettobezüge nicht mehr erwerbsfähiger Frauen und Männer mit ausländischem Pass waren mit 662 Euro um etwa 26 Prozent geringer als die Zahlungen an erwerbsgeminderte Deutsche (im Schnitt 892 Euro). Die 580.000 Renten für ausländische Witwen waren mit durchschnittlich 342 Euro ebenfalls deutlich niedriger als die knapp vier Millionen Renten für deutsche Frauen, deren Mann verstorben ist (750 Euro). Bei den Bezügen männlicher Bezieher einer Hinterbliebenenrente fällt der Unterschied zwischen Ausländern und Deutschen mit im Schnitt 269 Euro (Ausländer) zu 382 Euro (Deutsche) nicht ganz so gravierend aus.  

Unterschiedlich ist auch die Höhe der Rentenansprüche der verschiedenen Nationalitäten-Gruppen aus Europa. Vergleichsweise hohe Altersrenten bekamen im vergangenen Jahr laut Rentenversicherung vielfach bereits seit Jahrzehnten in Deutschland ehemalige Arbeitnehmer aus der Türkei und Serbien: Sie erhielten monatliche Bezüge zwischen 722 und 734 Euro; auch die (noch) deutlich kleinere Rentnergruppe aus Rumänien kassierte mit rund 744 Euro überdurchschnittlich hohe Altersrenten. Die niedrigsten Renten bekamen frühere osteuropäische Beschäftigte aus der Ukraine, Moldau und Litauen (zwischen 156 und und 198 Euro monatlich).    

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Autor

Stefan Thissen