Soziales / 27.09.2018

FDP will Minijob-Grenze erhöhen

Die FDP fordert nicht nur die Erhöhung der Verdienstgrenze für 450-Euro-Jobs, sondern auch eine Dynamisierung. Heißen sie dann "Dynamijobs"?

Berlin (dpa). Die FDP im Bundestag fordert höhere Verdienstgrenzen für Minijobs. "Seit mehr als fünf Jahren wurde die Verdienstgrenze für Minijobs von 450 Euro nicht mehr angepasst", sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Pascal Kober, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Davon betroffen seien 7,5 Millionen Minijobber. "Darunter sind 700.000 Menschen, die auf Mindestlohnniveau arbeiten, für die jede Mindestlohnerhöhung ins Leere läuft."

FDP will das 60-Fache des Mindestlohns

In einem der dpa vorliegenden Gesetzentwurf von Kober und seiner Fraktion fordert die FDP, die bisher starren Verdienstgrenzen bei geringfügiger Beschäftigung zu dynamisieren. So solle die Lohngrenze zum 1. Januar 2019 auf das 60-fache des Mindestlohns festgelegt werden. Das wären dann gut 551 Euro.

"Davon profitieren Menschen in diversen Lebenslagen", erläuterte Kober, "insbesondere in Gastronomie, Einzelhandel und Handwerk, Alleinerziehende, Grundsicherungsbezieher, Studenten oder Menschen, die neben ihrem sozialversicherungspflichtigen Job etwas dazuverdienen wollen». All diesen Menschen müsse es ermöglicht werden, dass sich ihre Anstrengung auch lohne.

Mindestlohn steigt 2019 auf 9,19 Euro

Der 2015 eingeführte Mindestlohn liegt derzeit bei 8,84 Euro brutto und steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde sowie zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro. Wegen der festen 450-Euro-Grenze bei Minijobs reduzieren sich bei jeder Mindestlohnerhöhung die Stunden, die ein Beschäftigter im Rahmen eines Minijobs arbeiten darf. Ob aus "Minijobs" dann "Dynamijobs" werden, steht nicht im Entwurf.

Weitere Informationen

www.minijob-zentrale.de

Informationen zu Minijobs, Stundengrenzen bei Mindestlohn und der Rentenversicherungspflicht auf der Internetseite der Minijob-Zentrale