Finanzen / 02.01.2018

Finanzwissen: Mehr Schein als Sein

Banken-Umfrage stellt gefühlte Kompetenz harten Fakten gegenüber. Das Ergebnis: Doppelautsch.

Berlin (mjj) 75 Prozent der Deutschen geben an, dass sie sich in Finanzdingen gut auskennen. Das zeigt eine Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB). "Doch diese Selbsteinschätzung hält den tatsächlichen Finanzkenntnissen kaum stand", so die Studie. Autsch. Wie das? Der Selbsteinschätzung stellte der Verband das Wissen um Inflation, Börse, Einlagesicherung und Ivestmentfonds gegenüber, fragte dann nach der eigenen Finanz- und Altersvorsorgeplanung und bildete schließlich daraus einen Index. 

Die Ergebnisse: 26 Prozent verfügen über kaum hinreichende und mehr 37 Prozent gar über schlechte Voraussetzungen für eigene Finanz - und Vorsorgeentscheidungen. "Gemessen an einer gleichlautenden Erhebung von 2014 hat sich die Finanzplanungskompetenz der Deutschen damit noch verschlechtert", so der Bankenverband. Doppelautsch.

Zu den schmeichelhaften Ergebnissen zählten die Wissensstände rund um die Inflationsrate, die 74 Prozent treffend erklären und weitere 54 Prozent sogar in in ihrer Höhe richtig wiedergeben konnte.

  • 56 Prozent wussten, was ein Investmentfonds ist.
  • 59 Prozent konnten mit dem Begriff "Gesetzliche Einlagensicherung" nichts anfangen.
  • Nur knapp die Hälfte der Befragten nimmt sich "regelmäßig" Zeit für die Finanzplanung.
  • 78 Prozent haben sich bereits ernsthaft mit der Altersvorsorge beschäftigt. Hier führt die Altergruppe der 40- bis 49-Jährigen.
  • Aber nur 53 Prozent der Befragten sparen regelmäßig (27 Prozent "ab und zu", 20 Prozent "so gut wie nie"). Bei den Sparmotiven rangiert die Reserve für Notfälle an erster Stelle, gefolgt vom Wunsch nach größeren Anschaffungen und erst an dritter Stelle der Altersvorsorge.

Hoffnung auf Besserung besteht dennoch: 47 Prozent interessieren sich stark oder sehr stark für Wirtschaftsthemen.

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Autor

Michael J. John