Finanzen / 20.02.2020

Firmenpleiten auf Rekordtief

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gesunken.

Bild zum Thema: Firmenpleiten auf Rekordtief. Es zeigt ein Zutritt Verboten Schild an einem Bauzaun.

Frankfurt/Hamburg (dpa). Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist dank guter Wirtschaftslage und günstiger Finanzierungsbedingungen im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gesunken. Allerdings erwarten Experten 2020 erstmals seit Jahren wieder einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen.

"Die Abschwächung der Konjunktur in Deutschland wird sich 2020 auch in den Insolvenzzahlen niederschlagen", bekräftigte die Geschäftsführerin der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel, Ingrid Riehl, am Donnerstag. Zudem könnten weitere Firmen in den Strudel von Großinsolvenzen gerissen werden, deren Zahl sich erhöht hatte.

Die Zahl sank im zehnten Jahr in Folge

Im Jahr 2019 traten nach Crifbürgel-Angaben 19 005 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter an. Ein Jahr zuvor hatte es 19.552 Firmenpleiten gegeben. Damit sank die Zahl im zehnten Jahr in Folge – und fiel sogar noch unter den bisherigen Tiefstand des Jahres 1994 als 18.820 Insolvenzen registriert wurden. Ähnliche Zahlen hatte im Dezember Creditreform veröffentlicht. Amtliche Zahlen für 2019 gibt es im März vom Statistischen Bundesamt.

Im laufenden Jahr rechnet Crifbürgel mit 19.500 Firmenpleiten in Deutschland, Creditreform geht nach Angaben aus dem Dezember von 19.800 Fällen aus. Handelskonflikte und der Brexit belasten Exporteure, die Umbrüche in der Automobilindustrie fordern auch deren Zulieferer.

Die meisten Unternehmen sterben im Verborgenen

Für viel Aufsehen sorgten im vergangenen Jahr unter anderen die Insolvenzen des Reisekonzerns Thomas Cook unf der Modefirma Gerry Weber. Die weitaus meisten Unternehmen sterben jedoch im Verborgenen: Nach Angaben der Wirtschaftsauskunfteien haben vier von fünf Firmen, die in die Pleite rutschen, höchstens fünf Beschäftigte. Insgesamt verursachten Firmeninsolvenzen 2019 nach Crifbürgel-Berechnungen knapp 25 Milliarden Euro Schäden.

Die meisten Firmenpleiten gab es Crifbürgel zufolge im vergangenen Jahr in Berlin mit 90 je 10.000 Unternehmen, die wenigsten in Thüringen mit 36 je 10.000 Firmen. Der Bundesschnitt lag bei 58.

Weitere Informationen:

www.crifbuergel.de

Mitteilung Crifbürgel zu Firmeninsolvenzen 2019

www.crifbuergel.de

Crifbürgel-Insolvenzstudie

www.creditreform.de

Creditreform zu Insolvenzen 2019

www.destatis.de

Statistisches Bundesamt zu Insolvenzen 11/2019

www.destatis.de

Statistisches Bundesamt zu Insolvenzen im Jahr 2018

Autor

 Deutsche Presseagentur