Finanzen / 19.10.2020

Privates Geldvermögen steigt auf Rekordhoch

Trotz Wirtschaftskrise sind die Deutschen in der Summe so reich wie nie zuvor. Das hat vor allem zwei Gründe.

Vier Einmachgläser mit Hausmodell, Sparschwein, Goldbarren und Geldmünzen.

Frankfurt/Main (dpa). Die Menschen in Deutschland haben in der Corona-Krise im zweiten Quartal mehr auf die hohe Kante gelegt und von der Erholung an den Aktienmärkten profitiert. In der Summe waren sie Ende Juni so reich wie nie. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen auf den Rekordwert von rund 6.630 Milliarden Euro. Das waren 253 Milliarden Euro oder 4,0 Prozent mehr als im ersten Vierteljahr.

Aktienmärkte erholen sich und werden wieder attraktiv für Anleger

Neben dem Sparfleiß trieb auch die Erholung an den Aktienmärkten nach dem Kurssturz zu Beginn der Krise die Entwicklung an. „Die durch die Pandemie und die Unsicherheit über ihre wirtschaftlichen Folgen ausgelösten Bewertungsverluste bei Aktien im Vorquartal wurden zum großen Teil kompensiert“, erläuterte die Bundesbank am Freitag.

Wenig Zinsen, aber: Bargeld ist schnell verfügbar

Sparer setzten unter anderem weiter auf Bargeld und Bankeinlagen, die zwar wegen der Zinsflaute kaum noch etwas abwerfen, auf die sie aber schnell zugreifen können. Das Volumen belief sich Ende des zweiten Quartals auf insgesamt rund 2.694 Milliarden Euro. Das waren etwa 72 Milliarden Euro mehr als im ersten Vierteljahr. Allein 1.882 Milliarden lagen auf Girokonten oder steckten in Bargeld.

Produkte zur privaten Altersvorsorge sind weiter beliebt

Weiterhin beliebt sind auch Versicherungen und andere Produkte zur privaten Altersvorsorge. Ende Juni waren es rund 2.423 Milliarden Euro, etwa 20 Milliarden Euro mehr als im ersten Quartal. Auch Nettokäufe von Aktien und sonstigen Anteilsrechten (Beteiligungen) waren mit 16 Milliarden Euro der Bundesbank zufolge ein wichtiger Faktor.

Nach Einschätzung der DZ Bank dürfte die Sparquote in diesem Jahr auf rund 16 Prozent steigen. 2019 lag sie noch bei 10,9 Prozent. Damit würden die privaten Haushalte von 100 Euro verfügbarem Einkommen etwa 16 Euro sparen. Dies wäre nach Daten des Statistischen Bundesamtes der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.

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 Deutsche Presseagentur