Gesundheit / 25.06.2021

Forscher der Charité rät zur dritten Impfung ab Herbst

Teile der Bevölkerung sollten schon bald eine Auffrischung bekommen, meint der Immunologe Sander. Die Impfkommission ist etwas vorsichtiger.

Forscher der Charité rät zur dritten Impfung ab Herbst. – Arzt klopft gegen eine Impfspritze.

Berlin (dpa). Ein halbes Jahr nach dem offiziellen Start der bundesweiten Corona-Impfkampagne am 27. Dezember empfehlen Wissenschaftler eine dritte Impfung für Senioren und Menschen mit Immunschwächen in diesem Herbst. „Wir müssen die nächste Phase beim Impfen jetzt schon andenken“, sagte Leif Erik Sander, Infektionsimmunologe an der Berliner Charité, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich gehe davon aus, dass wir bei älteren Menschen, die zu Beginn dieses Jahres ihre Erst- und Zweitimpfung erhalten haben, eine nachlassende Immunantwort sehen werden.“ Für jüngere und gesunde Menschen seien Auffrischungsimpfungen dagegen noch kein Thema.

Datenlage zur Auffrisch-Impfung noch unsicher

Vom Prinzip her sieht das Thomas Mertens als Vorsitzender der Ständigen Impfkommission ähnlich. Er formuliert es jedoch vorsichtiger: „Die Daten dazu, wer wann erneut geimpft werden sollte, sind noch etwas unsicher“, sagt er. „Wir erwarten mehr Anhaltspunkte zur Dauer der Immunantwort nach einer Impfung bis zum August.“

Bei einem nachgewiesenen Mangel an Immunschutz bei bestimmten Bevölkerungsgruppen sei relativ kurzfristig eine Nachimpfung zu empfehlen, sagt auch Mertens. „Dafür müssen wir aber erst ganz genau die immunsupprimierten Gruppen mit dem höchsten Risiko definieren.“ Es wäre ein Prinzip wie bei den Priorisierungen zum Impfstart im vergangenen Dezember.

„Ich denke, es wird über die Erst- und Zweitimpfungen hinaus im Herbst Impfstoff-Reserven geben“, ergänzt Charité-Forscher Sander. „Die Auffrischung würde dann parallel zum Lückenschließen bei den Erst- und Zweitimpfungen laufen.“

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 Deutsche Presseagentur