Rente / 09.04.2020

Forscher: Rente wird 2021 nicht steigen

Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute erwartet für das laufende Jahr "stagnierende Versichertenentgelte".

Bild zum Beitrag "Forscher: Rente wird 2021 nicht steigen". Das Bild zeigt eine größere Menge Euro-Banknoten.

Berlin (sth). Nach der deutlichen Rentenerhöhung im Juli dieses Jahres müssen sich die Rentnerinnen und Rentner für 2021 auf eine Nullrunde einstellen. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Frühjahrsgutachten von fünf Wirtschaftsforschungsinstituten hervor. Im nächsten Jahr würden die "monetären Sozialleistungen", zu denen auch die gesetzlichen Renten zählen, nur geringfügig zunehmen, schreiben die Wissenschaftler – "auch, weil wegen der stagnierenden Versichertenentgelte im Jahr 2020 im kommenden Jahr mit keinen weiteren Rentenerhöhungen zu rechnen ist".

Die aktuelle Corona-Krise habe "spürbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt", so die Forscher – was sich mit zeitlicher Verzögerung um ein Jahr auch in der Rentenversicherung bemerkbar machen dürfte. So werde die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Jahr um 282.000 zurückgehen, die Zahl der Arbeitslosen dagegen um 236.000 steigen. Die Arbeitslosenquote werde auf 5,5 Prozent der steigen. Ihren Höchststand dürfte die Arbeitslosigkeit mit rund 2,7 Millionen Erwerbslosen und einer Quote von 5,9 Prozent im dritten Quartal dieses Jahres erreichen, erwarten die Forschungsinstitute. 

Der Beschäftigungseinbruch wird der Prognose zufolge aber von überschaubarer Dauer sein. So rechnen die Wissenschaftler auch für das laufende Jahr mit mehr als 33,6 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – womit ihre Zahl sogar leicht steigen würde. Im kommenden Jahr könnte sie laut den Schätzungen um etwa 275.000 Arbeitnehmer zunehmen. Die aktuell rückläufigen Einnahmen der Rentenversicherung könnten also schon in einem überschaubaren Zeitraum wieder steigen – was auch die 21 Millionen Rentner freuen dürfte. 

Mehr zum Thema:

http://gemeinschaftsdiagnose.de

Frühjahrsgutachten von fünf Wirtschaftsforschungsinstituten (pdf, hier: S. 50ff).

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Autor

Stefan Thissen