Rente / 25.03.2020

Frührentner dürfen befristet deutlich mehr verdienen

In diesem Jahr sollen Ruheständler, die noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben, fast 45.000 Euro neben der vollen Rente verdienen dürfen.

Das Bild zeigt Bundessozialminister Hubertus Heil

Berlin/Bad Homburg (sth). Das Coronavirus stellt Wirtschaft, Beschäftigte, Schulen und Universitäten sowie alle anderen Bereiche des öffentlichen Lebens vor eine Herausforderung von unbekanntem Ausmaß. Darauf hat die Bundesregierung mit dem Entwurf für ein sogenanntes Sozialschutz-Paket reagiert, das die gravierendsten sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abfedern soll. Ein Baustein des geplanten Gesetzes, das bereits am kommenden Sonntag in Kraft treten soll: eine befristete Anhebung der Verdienstgrenze für Rentnerinnen und Rentner, die bereits vor der persönlichen Regelaltersgrenze in den Ruhestand getreten sind, aber noch nebenbei arbeiten (wollen). Damit will die Bundesregierung jüngere Rentnerinnen und Rentner in aktuell besonders benötigten Jobs dazu ermuntern, vorübergehend wieder ins Berufsleben zurückzukehren.

Nach dem Willen der Regierung sollen Bezieher einer gesetzlichen Rente zwischen dem 63. Geburtstag und der derzeitigen Altersgrenze von 65 Jahren und neun Monaten im Jahr 2020 statt höchstens 6.300 Euro ausnahmsweise bis zu 44.590 Euro hinzuverdienen dürfen, ohne dass ihre Rente auf eine Teilrente gekürzt wird. Ein Rentner, der die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht und in diesem Jahr noch nicht gearbeitet hat, dürfte damit in den kommenden neun Monaten dieses Jahres monatlich fast 5.000 Euro neben der vollen Rente verdienen.

Flexi-Teilrente seit Juli 2017

Seit Juli 2017 können Rentnerinnen und Rentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze 6.300 Euro im Jahr hinzuverdienen, ohne dass dies auf ihre Rente angerechnet wird. Ein darüber hinausgehender Verdienst wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Liegt die Summe aus gekürzter Rente und dem Hinzuverdienst über dem bisherigen Einkommen (bestes Einkommen der letzten 15 Kalenderjahre), wird der darüber liegende Hinzuverdienst zu 100 Prozent angerechnet.

Beispiel: Der 63-jährige Rentner Klaus Meyer verdient neben seiner vorzeitig begonnenen Altersrente in Höhe von 950 Euro monatlich 1.511 Euro, jährlich also 18.132 Euro. Davon bleiben 6.300 Euro anrechnungsfrei. Von den verbliebenen 11.832 Euro werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet, das sind 4.733 Euro im Jahr oderr 394 Euro im Monat. Meyers Altersrente verringert sich durch den Hinzuverdienst damit um 394 Euro auf 556 Euro.

Mehr zum Thema:

 

www.bmas.de

Entwurf des Sozialschutz-Pakets der Bundesregierung (pdf)

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Autor

Stefan Thissen