Rente / 21.10.2020

Fünf Prozent der Grundrentner wohl erwerbsgemindert

Bundesregierung: Zahl der Altersrentner mit Grundrentenanspruch, die zuvor eine Erwerbsminderungsrente bezogen haben, ist nicht bekannt.

Bild zum Beitrag "Fünf Prozent der Grundrentner wohl erwerbsgemindert". Das Bild zeigt die Hand einer Frau, die Euromünzen aus einer Geldbörse nimmt.

Berlin/Bad Homburg (sth). Vermutlich "gut fünf Prozent" der künftigen Grundrentenbezieher erhalten derzeit eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente (EM-Rente). Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor, die ihre-vorsorge.de vorliegt. Demnach ist der Regierung aber "nicht bekannt", wie viele der heutigen Bezieher einer Altersrente vorher bereits eine EM-Rente bezogen haben. Ab der persönlichen Altersgrenze werden EM-Renten automatisch in eine Altersrente umgewandelt.

Auch für Bezieher einer EM-Rente könne ein Anspruch auf Grundrente bestehen, "wenn zum Zeitpunkt der Erwerbsminderung die erforderliche Mindestzahl an Grundrentenzeiten aus dem Erwerbsleben erreicht war", heißt es in dem Regierungsschreiben. Für den Anspruch auf eine Grundrente sind mindestens 33 Jahre mit sogenannten Grundrentenzeiten erforderlich, vor allem Zeiten der Erwerbstätigkeit, der Kindererziehung und der häuslichen Pflege. Sei die Erwerbsminderung dagegen vor Erreichen der erforderlichen Grundrentenzeit eingetreten, könne ein Grundrentenanspruch auch noch bei der späteren Altersrente entstehen, so die Bundesregierung. Voraussetzung sei dann jedoch, dass während oder nach dem Bezug einer EM-Rente noch weitere Grundrentenzeiten zurückgelegt wurden, etwa durch Minijobs mit Rentenversicherungspflicht.

Zurechnungszeit zählt nicht zu Grundrentenzeiten

Für chronisch Kranke oder Unfallopfer, die bereits in jungen Jahren eine EM-Rente beziehen, gebe es einen sozialen Ausgleich durch die sogenannte Zurechnungszeit, erläutert die Bundesregierung weiter. Diese Zeit verlängert die bis zum Eintritt der Erwerbsminderung tatsächlich zurückgelegte Versicherungszeit seit 2019 rechnerisch bis zur persönlichen Altersgrenze. Dadurch könne sich "gerade für diese Versicherten ein deutlich erhöhter Rentenbetrag" ergeben, heißt es in dem Schreiben. Als beitragsfreie Zeit zähle die Zurechnungszeit jedoch "nicht zu den Grundrentenzeiten".

Mit der Grundrente solle "insbesondere die Lebensleistung von Menschen mit langjährig verpflichtender Beitragszahlung zur gesetzlichen Rentenversicherung aus unterdurchschnittlichem Einkommen anerkannt werden", erklärt die Regierung den ab 2021 gezahlten Rentenzuschlag. Vor diesem Hintergrund könne die Grundrente aber "nicht alle Schwierigkeiten im Erwerbsleben ausgleichen".

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Autor

Stefan Thissen