Rente / 05.09.2017

Fünfkampf um Rente

In der TV-Debatte haben die kleinen Parteien ihre Ziele beim Thema Altersvorsorge formuliert

Berlin (kma). Gegen starre Regeln beim Renteneintrittsalter haben sich die Spitzenkandidaten von Grünen und FDP in der TV-Debatte der kleinen Parteien, dem "Fünfkampf", am Montagabend ausgesprochen. „Wer kann und will, der soll auch länger arbeiten können“, sagte Cem Özdemir von den Grünen. Ihm sei es wichtiger, für höhere Löhne in den typischen Frauenberufen zu sorgen, damit Frauen im Rentenalter nicht auf staatliche Zuschüsse angewiesen sein müssen. Auch Erwerbsminderungsrentner müssten besser versorgt werden.  

FDP-Chef Christian Lindner ist ebenfalls gegen feste Regeln – und für die Stärkung der privaten Vorsorge. Er sprach sich für höhere Löhne und Entlastungen von Geringverdienern aus, damit diese mehr finanzielle Spielräume bekommen, um zusätzlich privat fürs Alter vorzusorgen. Lindner kritisierte die Rentenreformen der Großen Koalition: „Die Große Koalition ist über die Rentenkasse hergefallen wie ein ausgehungertes Raubtier.“

Mehr Beitragszahler für die Rentenkasse

Keine Änderungen an der Rente mit 67 sieht Joachim Herrmann (CSU). Zumindest nicht bis 2019. Dann will die Union sich mit der Gestaltung des Renteneintrittsalters nach 2030 befassen. Bis 2030 steigt das Renteneinstiegsalter schrittweise auf 67 Jahre (für Geburtsjahrgänge ab 1964). 2019 wolle man sich Gedanken machen, wie es nach 2030 weitergehe. "Wir sehen überhaupt keinen Anlass, dass man jetzt schon wieder irgendetwas durcheinander bringt."  

Wenn es nach den Linken geht, zahlen bald auch Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Sahra Wagenknecht (Linke) sieht das Rentensystem Österreichs als Vorbild für die Bundesrepublik. Moderatorin Sonia Mikich konterte und lieferte den Faktencheck gleich mit: In Österreich würden Renten voll besteuert, es gebe keine gesetzliche Pflegeversicherung wie in Deutschland, dafür aber andere demografische Voraussetzungen – sprich mehr Beitragszahler.  

Die demografischen Voraussetzungen in Deutschland will die AFD ändern: Alice Weidel will, dass deutsche Familien mehr Kinder bekommen, aber auch eine andere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die Niedrigzinspolitik der EZB bringe die zweite und die dritte Säule der Altersvorsorge in Deutschland in Schieflage.

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Autor

Katja Mathes