Rente / 26.03.2019

Fuest will Rentenniveau infrage stellen

Chef des Münchner ifo Instituts hält 48 Prozent des früheren Nettolohns für Beschäftigte mit 45 Beitragsjahren für nicht finanzierbar.

Prof. Dr. Clemens Fuest, Präsident des ifo-Institutes

Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Osnabrück (ots). Topökonom Clemens Fuest drängt darauf, die Sozialausgaben auf den Prüfstand zu stellen und dabei auch über das Rentenniveau zu sprechen. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts sagte im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung", ein Rentenniveau von 48 Prozent der durchschnittlichen Löhne und Gehälter werde auf Dauer nicht finanzierbar sein.

"Das wäre nur bezahlbar, wenn man den Faktor Arbeit sehr stark belastet oder die Steuerzuschüsse massiv ausweitet. Das hat aber alles Grenzen", warnte Fuest. "Man muss deshalb beim Rentenniveau realistisch sein. Es wird sinken müssen." Fuest fügte hinzu, der Sozialstaat müsse zielgenau sein. Das gelte auch für die geplante Grundrente. "Es darf sie nicht ohne Bedürftigkeitsprüfung geben", mahnte der Wissenschaftler.