Rente / 22.03.2021

Garantie verhindert deutliche Rentenkürzung

Trotz durchschnittlich gesunkener Löhne und dämpfendem Nachhaltigkeitsfaktor bleiben die Bezüge der 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner stabil.

Bild zum Beitrag "Garantie verhindert deutliche Rentenkürzung". Das Bild zeigt ein älteres Paar im Garten lachend vor dem Haus sitzen.

Berlin/Bad Homburg (sth). Der Inhalt der Nachricht hatte sich schon seit Monaten angedeutet, seit dem vergangenen Donnerstag ist er jetzt auch offiziell: Die 17 Millionen Rentnerinnen und Rentner in den alten Bundesländern müssen in diesem Sommer auf eine Erhöhung ihrer Bezüge verzichten. Grund sind die Corona-bedingt im vergangenen Jahr deutlich gesunkenen Löhne und Gehälter der versicherungspflichtig Beschäftigen in Deutschland. Einer Mitteilung des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) zufolge mussten sich die ArbeitnehmerInnen im Durchschnitt mit 2,34 Prozent weniger Geld zufrieden geben als 2019.

Neben den Löhnen entwickelte sich im vergangenen Jahr auch der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor negativ, der die Entwicklung des Zahlenverhältnisses zwischen Beschäftigten und RentnerInnen spiegelt. Hier stellten die Statistiker eine Veränderung von minus 0,92 Prozent fest. Insgesamt hätten die West-Ruheständler demnach in diesem Jahr rechnerisch eine Rentenkürzung um 3,25 Prozent hinnehmen müssen. Wegen der seit 2009 geltenden Rentengarantie bleibt aber der sogenannte aktuelle Rentenwert auch ab dem 1. Juli bei 34,19 Euro. Diese Zahl gibt für Rentnerinnen und Rentner den monatlichen Wert eines Entgeltpunktes auf dem Rentenkonto in Euro und Cent an.

Renten im Osten steigen noch bis 2024 stärker als im Westen

Bei der Rentenanpassung für die mehr als 4,1 Millionen RentnerInnen in den neuen Bundesländern sind die 2017 im Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz festgelegten Angleichungsschritte bedeutsam. In diesem Gesetz ist festgelegt, dass die Renten in Ostdeutschland bis 2024 jährlich um mindestens 0,7 Prozentpunkte stärker steigen müssen als in den alten Ländern. Deshalb steigt der aktuelle Rentenwert (Ost) zum 1. Juli von 33,23 Euro auf 33,47 Euro. Dies entspricht einer Rentenerhöhung in den neuen Ländern von genau 0,72 Prozent. „Mit dieser Angleichungsstufe fällt die Rentenanpassung Ost höher aus als nach der tatsächlichen Lohnentwicklung Ost“, heißt es dazu in einer Mitteilung des BMAS

Rentenversicherungs-Chefin Gundula Roßbach kommentierte die Rentenanpassung 2021 so: „Insgesamt sind die Renten in den letzten Jahren ganz deutlich gestiegen. Allein im Zeitraum zwischen 2015 und 2020 gab es ein Plus im Westen von rund 17 Prozent und im Osten sogar von rund 23 Prozent. Die Rentnerinnen und Rentner haben damit auch real mehr Geld in der Tasche, da die Rentenanpassungen spürbar höher waren als der Preisanstieg. Daneben rechnen wir im nächsten Jahr wieder mit einer positiven Rentenanpassung für alle.“

Autorenbild

Autor

Stefan Thissen