Finanzen / 17.05.2018

Garantiezins fällt geringer aus als bekannt

Mit 0,9 Prozent ist die garantierte Verzinsung von Lebens- und Rentenversicherungen eh schon klein. Finanztest warnt: Da gibt es noch den Sparanteil zu bedenken.

Berlin/Bad Homburg (dpa/tmn/mjj). Der Garantiezins für neue Lebens- und Rentenversicherungen ist in den vergangenen Jahren drastisch gesunken. Betrug der Zins bei einem 1999 abgeschlossenen Vertrag noch 4 Prozent, liegt er mittlerweile bei gerade einmal 0,9 Prozent - und wird nicht auf die gesamte Beitragssumme berechnet.

Diesen Zins gibt es nur auf den Sparanteil, erklärt die Zeitschrift "Finanztest" (6/20ß18) der Stiftung Warentest. Wie hoch der Sparanteil ist, hängt von der Vertragsgestaltung ab und variiert von Versicherer zu Versicherer. Nach Branchenschätzungen beträgt er durchschnittlich 80 Prozent der gesamten Beitragszahlungen. Anders ausgedrückt: 20 Prozent der Einzahlungen nutzt der Versicherer zur Deckung seiner Kosten und Risiken.

Aufgestockte Beiträge werden niedriger verzinst

Bei Versicherern mit hohen Kosten bleibt vom Zins kaum noch etwas übrig. Wollen Kunden mehr sparen als zu Vertragsbeginn vereinbart und ihren Beitrag aufstocken, wird dieses zusätzliche Geld nach Abzug der Kosten bei vielen Versicherern auch nur mit 0,9 Prozent verzinst. Es sei denn, in den Vertragsbedingungen ist etwas anderes geregelt. 

Nachteil bei der Riester-Rente

Ärgerlich kann das für Sparer sein, die bei der Altersvorsorge auch auf die Riester-Rente bauen: Denn sie müssen ihren Beitrag erhöhen, wenn sie mehr verdienen. Andernfalls bekommen sie nicht die volle Grundzulage von bis zu 175 Euro plus bis zu 300 Euro an Kinderzulage für jedes kindergeldberechtigte Kind. Die Zulagen fließen jährlich und machen oft erst die Attraktivität einer Riester-Rente aus. Zahlt ein Sparer zu wenig ein, werden ihm die Zulagen anteiligt gekürzt.

Kündigung vermeiden: Ein älterer Vertrag sollte in der Regel nicht gekündigt werden. In den ersten Jahren fallen hohe Verwaltungs- und Abschlussgebühren an. Kündigt ein Sparer seine Riester-Rente, sind diese verloren - wie auch die Zulagen. Letztere fordert der Staat zurück.

Die Alternative: Wollen enttäuschte Sparer auf ein renditestärkeres Altersvorsorgeprodukt setzen, können sie ihren Vertrag beitragsfrei stellen. In diesem Fall zahlen sie nicht weiter ein, das bestehende Kapital wird aber weiterhin verzinst und steht im Alter zur Auszahlung bereit.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst