Finanzen / 20.07.2022

Gehälter der Vollzeitbeschäftigten steigen wieder stärker

Bundesagentur für Arbeit: Durchschnittsverdienst der Ganztags-Arbeitnehmer lag 2021 bei 3.516 Euro. Plus wieder „im üblichen Rahmen der Vorjahre“.

Logo der Arbeitsagentur vor einem Gebäude

Nürnberg (ba/sth). Der Durchschnittsverdienst aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten – das sogenannte Medianentgelt – lag nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) im vergangenen Jahr bei 3.516 Euro. Gegenüber dem Jahr 2020 seien die Löhne und Gehälter damit um 89 Euro gestiegen, teilte die BA am Mittwoch mit. Nach einem nur geringen Anstieg im Jahr 2020 liege das Plus „nun wieder im üblichen Rahmen der Vorjahre“. 

Entgelte nach Geschlecht

Während das Medianentgelt der Männer bei 3.649 Euro liegt, erzielen Frauen 3.276 Euro. Die Differenz liegt demnach bei 373 Euro und hat sich im Vergleich zum Jahr 2020 um 21 Euro verringert. Im Jahr 2017 unterschieden sich die Löhne und Gehälter noch um 452 Euro.

Länder: Höchste Entgelte in Hamburg, am wenigsten in MV

Die höchsten Medianentgelte erzielen Vollzeitbeschäftigte in Hamburg (3.962 Euro), Baden-Württemberg (3.843 Euro) und Hessen (3.799 Euro). In Mecklenburg-Vorpommern (2.785 Euro), Thüringen (2.807 Euro) und Sachsen-Anhalt (2.855 Euro) liegt der Median am niedrigsten.

Unterschied zwischen West und Ost wird kleiner

Das Medianentgelt in Ostdeutschland klettert erstmals über die Schwelle von 3.000 Euro auf 3.007 Euro, liegt aber immer noch 619 Euro unter den Löhnen und Gehältern in Westdeutschland. Dort werden im Median 3.626 Euro verdient. Im Jahr 2020 betrug die Differenz 650 Euro. Im Jahr 2017 lag die Lücke noch bei 739 Euro.

Branchen: Wieder alle Branchen im Plus

Während die Entgelte im Jahr 2020 pandemiebedingt in einigen Branchen sanken, zogen im vergangenen Jahr in allen Wirtschaftszweigen die Verdienste wieder an. Die stärksten Zuwächse entfallen auf die Informations- und Kommunikationstechnologie (+154 Euro), Qualifizierte Dienstleistungen (+138 Euro) und das Gesundheitswesen (+127 Euro). Am wenigsten stiegen die Entgelte in den Wirtschaftszweigen Produktion häuslicher Güter (etwa Herstellung von Nahrungsmitteln oder Bekleidung, +62 Euro), der öffentlichen Verwaltung (+67 Euro) sowie der Metall- und Elektroindustrie (+68 Euro).

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 Bundesagentur für Arbeit