Finanzen / 18.09.2018

Gehaltsextras statt mehr Brutto

Steuerliche Vorteile für Job-Ticket, Kita-Zuschuss oder ein Notebook können manchmal mehr bringen als eine Gehaltsprämie

Berlin (dpa/tmn). Statt einer Gehaltserhöhung kann es sich bei Verhandlungen mit Vorgesetzten mehr lohnen, steuerfreie Extras wie ein Notebook oder ein Job-Ticket für Bus und Bahn herauszuschlagen.

Viele Gehaltsextras sind nämlich steuer- und sozialabgabenfrei und können so unter dem Strich mehr einbringen als ein höheres Bruttomonatsgehalt oder eine Sonderprämie, berichtet die Zeitschrift "Finanztest" (10/2018).

Meist keine Sozialabgaben und weniger Steuern fällig

Für das Unternehmen lohnt es sich ebenfalls, da meist keine Sozialabgaben und weniger Steuern fällig seien. Die Experten schildern ein Beispiel: Ein gesetzlich versicherter Alleinstehender (Steuerklasse I) mit 3.500 Euro Bruttomonatsgehalt würde von einer Sonderzahlung von 1.500 Euro nur 745 Euro netto bekommen. Das sind weniger als 50 Prozent.

Kauft ihm das Unternehmen aber ein Notebook und überlässt es zur privaten Nutzung, erhält der Mitarbeiter das Gerät steuerfrei zu seinem Lohn dazu. Das Unternehmen müsste für den Rechner pauschal 25 Prozent (325 Euro) abführen, spart sich jedoch Sozialabgaben.

Kein Anrecht auf Extras

Für den Mitarbeiter bedeutet das: ein Gerät für 1.300 Euro statt 745 Euro auf dem Konto. Es gibt viele Möglichkeiten, von steuerfreien Gehaltsextras zu profitieren.

Die Bandbreite reicht von Kitabeiträgen, die die Firma übernehmen kann, Urlaubszuschüssen auch für Ehepartner und Kinder bis zu Gratisstrom für privat genutzte E-Autos und Hybrid-Fahrzeuge. Gleichzeitig betonen die Experten: Ein Anrecht auf solche Extras gibt es nicht.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst