Soziales / 10.10.2018

Geld oder Freizeit?

Zumindest bei der Bahn ist das eindeutig: Die Beschäftigten zogen mehr Urlaub einem Lohnplus vor.

Berlin (dpa). Mehr Freizeit statt mehr Geld: Anstelle einer Lohnerhöhung für 2018 haben bei der Deutschen Bahn 58 Prozent der Tarifbeschäftigten sechs zusätzliche Urlaubstage gewählt. Zwei Prozent der Mitarbeiter entschieden sich für eine weitere Alternative: eine Arbeitsstunde weniger pro Woche. Wie der bundeseigene Konzern am Montag in Berlin mitteilte, erhalten die übrigen Mitarbeiter 2,6 Prozent mehr Geld.

Die Wahlmöglichkeit war mit den Gewerkschaften verabredet worden. Alle zwei Jahre können sich die Beschäftigten neu entscheiden.

Neue Tarifrunde beginnt

An diesem Donnerstag beginnen in Berlin neue Tarifverhandlungen für rund 160.000 Tarifbeschäftigte der Bahn in Deutschland. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will auch dieses Mal ein Wahlmodell.

Personalvorstand Martin Seiler sagte am Montag, es gehe in der Tarifrunde um ein Gesamtpaket, das die Leistung der Mitarbeiter wertschätze. Man müsse aber auch das Kerngeschäft im Blick behalten.

Schnelle Einigung soll Streiks in der Weihnachtszeit vermeiden

Das Wahlmodell ist für den Konzern eine Herausforderung. Weil sich in diesem Jahr so viele Mitarbeiter für mehr Freizeit entschieden, musste die Bahn nach eigenen Angaben 1.500 Beschäftigte zusätzlich einstellen. Mit der EVG und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer sind bislang bis Mitte November jeweils drei Verhandlungstermine vereinbart.

Streiks, insbesondere an Weihnachten, will die Bahn verhindern. „Wir wollen am Verhandlungstisch zügig vernünftige Lösungen finden“, sagte Seiler.

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 Deutsche Presseagentur