Finanzen / 18.12.2020

Geldanlage Gold: Bafin rät zur Vorsicht

Viele Anleger glauben, Gold sei eine sichere Geldanlage in Krisenzeiten. Aber die Investition in Edelmetalle ist nicht ohne Risiko.

Geldanlage Gold: Bafin rät zur Vorsicht. – Goldbarren.

Bonn (iv). In Krisenzeiten steigt bei Anlegern traditionell das Interesse an Gold und anderen Edelmetallen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sieht das skeptisch.

Keine Einlagensicherung

Risiken und Kosten würden oft unterschätzt, warnt die Behörde in einem aktuellen Beitrag ihres Bafin-Journals. Zwar sei ein Totalverlust so gut wie ausgeschlossen, doch ein großer Verlust nicht, weil der Preis von Angebot und Nachfrage abhänge und der Dollar-Wechselkurs eine wichtige Rolle spielen. Zudem gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung, wie sie für Sparkonten gilt.

Mit dem Kauf entstünden außerdem Kosten, die die Rendite schmälerten, etwa für die Auslieferung oder für die Aufbewahrung. Dass Gold vor der Inflation schütze, habe sich in der Vergangenheit auch nicht erwiesen.

„Anleger in der Falle“

„Wer in Gold und andere Edelmetalle investiert, greift ausgerechnet zu einer Anlage, die überhaupt keine laufenden Erträge abwirft“, gibt Christian Bock, Leiter der Abteilung Verbraucherschutz, zu bedenken. „Wenn der Kursverlauf stagniert oder der Preis plötzlich sinkt, sitzen Anleger in der Falle.“ Da müsse man schon einen sehr langen Atem haben.

Jeder Vierte hat schon mal Geld in Edelmetalle investiert. Das ergibt sich aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Behörde unter 1.000 Verbrauchern. Weitere 12 Prozent spielen mit dem Gedanken.

Die Bafin kontrolliert nicht den Verkauf von Edelmetallen. Sie wird aber zuständig, sobald Verkaufsprospekte ins Spiel kommen. Besonders bei Versprechungen, den Kaufpreis zurückzuzahlen, sollten sich Anleger unbedingt vorher bei der Bafin informieren, ob der Anbieter unter Aufsicht der Behörde steht.

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Autor

Boris Dunkel