Rente / 21.02.2020

Gerücht sorgt für Angst um die Rente

Facebook-Post: Beschäftigte mit 2.500 Euro Verdienst erzielen auch nach 45 Arbeitsjahren Rente unter Grundsicherung – eine glatte Lüge.

Bild zum Beitrag "Gerücht sorgt für Angst um die Rente". Das Bild zeigt eine Hand, die einen 20-Euro-Geldschein aus dem Automaten zieht.

Berlin (dpa/ots). Auf Facebook kursiert ein Post, wonach jeder zweite Deutsche nur eine "Mini-Rente" bekommen würde. Dem Beitrag zufolge verdient jeder zweite Bundesbürger weniger als 2.500 Euro brutto und erhält deshalb selbst nach 45 Jahren nur eine Rente auf Grundsicherungsniveau von 795 Euro. Ein dpa-Faktencheck sorgt für Klarheit – und Wahrheit. 

Bewertung

Diese Rechnung ist irreführend. Ab einem Einkommen von etwa 2.000 Euro brutto erhält man bei 45 Beitragsjahren eine Rente auf oder über dem Niveau der Grundsicherung im Alter. Bei den genannten 2500 Euro Bruttomonatslohn bekommt man nach 45 Jahren eine Bruttorente von rund 1.100 Euro.

Fakten

Der durchschnittliche Bruttobedarf für die Grundsicherung im Alter lag nach Angaben des Bundesministerium für Arbeit und Soziales im September 2019 bei durchschnittlich 808 Euro im Monat. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) würden Menschen, die einen Bruttoverdienst von 2.500 Euro monatlich haben und 45 Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen, eine Bruttorente von rund 1.100 Euro erhalten. Davon müssten die Rentner derzeit rund elf Prozent Versicherung und eventuell Steuern zahlen. Damit blieben etwas weniger als 1.000 Euro übrig.

Um aus heutiger Sicht auf 795 Euro Nettorente zu kommen, müssen Arbeitnehmer laut DRV etwa 2.000 Euro brutto verdienen und 45 Jahre lang arbeiten. All jene mit einem höheren Bruttogehalt bekommen demnach mehr Rente.

Fazit

Dass jeder zweite Bundesbürger weniger als 2.500 brutto verdienen soll, ist eine sehr pauschale Aussage; eine Quelle wird nicht genannt. Allerdings verdienten im Dezember 2018 laut Bundesagentur für Arbeit 50,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2.700 Euro oder weniger. Nicht eingerechnet sind dort unter anderem Menschen mit Mini-Jobs, Beamte und Selbständige.

Autor

 Deutsche Presseagentur