Gesundheit / 19.02.2018

Gesündere Kinderzähne

Die Zahngesundheit bei Kindern hat sich laut einer Untersuchung verbessert.

Bad Homburg (kjs/DAJ). Fast 80 Prozent der 12-jährigen Sechstklässler in Deutschland haben ein kariesfreies bleibendes Gebiss. In dieser Altersklasse liegt Deutschland zusammen mit Dänemark im internationalen Vergleich an der Spitze. Das ist das Ergebnis einer Begleituntersuchung im Auftrag der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) zur Gruppenprophylaxe. Die zahnärztlichen Untersuchungen wurden im Schuljahr 2015/2016 bei mehr als 300.000 Kindern durchgeführt.

Karies belastet die gesunde Entwicklung

Karies an Milchzähnen kann schon früh auftreten. Diese Zahnerkrankung ist noch weit verbreitet und belastet einen Teil der Kinder in ihrer gesunden Entwicklung. Mundgesundheitliche Chancengleichheit bleibt eine Herausforderung für die Prophylaxe. Deshalb führen seit Jahrzehnten die Krankenkassen im Zusammenwirken mit den Zahnärzten und den in den Ländern für die Zahngesundheitspflege zuständigen Stellen flächendeckende Maßnahmen zur Erkennung und Verhütung von Zahnerkrankungen durch. Dieser Auftrag ergibt sich aus dem fünften Teil des Sozialgesetzbuches (§ 21 SGB V).

Mundgesundheit von drei Gruppen beurteilt

Im Rahmen der repräsentativen Studie, die die DAJ seit 1994/95 bereits zum sechsten Mal in Auftrag gegeben hat, wurde der Mundgesundheitsstatus von drei Altersgruppen ermittelt:

  • 12-jährige Schülerinnen und Schüler in den sechsten Klassen,
  • 6- bis 7-Jährige der ersten Klasse
  • und zum ersten Mal auch 3-jährige Kindergartenkinder aus 10 Bundesländern.

Für die Beurteilung des Mundgesundheitsstatus' wird eine weltweit einheitliche Maßeinheit genutzt: der DMFT-Index (diseased, missing, filled, teeth). Er gibt über erkrankte, fehlende oder gefüllte Zähne Auskunft. Die Kleinschreibweise „dmft“ ist die Maßeinheit für Milchzähne.

Die Studie ergab folgende Ergebnisse: Bei den

  • untersuchten 12-Jährigen (DMFT-Wert: 0,44) wiesen 78,8 Prozent der Kinder naturgesunde Gebisse auf. Es sind die besten Werte, die jemals in Deutschland erreicht wurden.
  • 6- bis 7-jährigen Schulanfänger, in deren Mündern sich noch hauptsächlich Milchzähne befinden (dmft-Wert: 1,73), wiesen lediglich 53,8 Prozent der Kinder naturgesunde Gebisse auf. Hier zeigt sich im Bundesdurchschnitt eine leichte Verbesserung gegenüber den im Jahr 2010 erhobenen Werten.
  • erstmals erfassten 3-Jährigen (dmft-Wert: 0,48) wiesen 86,3 Prozent naturgesunde Gebisse auf. 13,7 Prozent waren demnach bereits von Karies betroffen.

Karieslast insgesamt rückläufig

Diese für Deutschland repräsentativen Daten untermauern, dass ein Teil der Milchzahnkaries bereits sehr früh entsteht. Eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Kindern leidet unter starkem Kariesbefall (dmft-Wert: 3,57), der nur schwer und nicht selten in Narkose zu sanieren ist.

Die aktuellen Daten belegen aber auch, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten alle Kinder in Deutschland vom Kariesrückgang massiv profitiert haben. Auch in dem Drittel der Kinder mit den schlechtesten Karieswerten ist prozentual gesehen ein ähnlich hoher Rückgang der Karieslast zu verzeichnen wie für die Gesamtgruppe.

Die Experten betonen daher in ihrer Präventionsempfehlung, dass sowohl im Elternhaus als auch in den Kindertagesstätten die Zahnprophylaxe im Interesse der Kinder weiterhin zu forcieren ist. Dazu gehört neben einer zahngesunden Ernährung in erster Linie das tägliche Zähneputzen.

Karl-Josef Steden / Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege

Autor

Karl-Josef Steden