Soziales / 10.11.2021

Glücksatlas 2021: Zufriedenheit der Deutschen auf historischem Tief

Corona hat das Glücksempfinden kräftig gedämpft, zeigt eine Allensbach-Studie. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede.

Bonn (dpa/iv). Die Corona-Krise hat die Lebenszufriedenheit der Deutschen einer Umfrage zufolge auf einen historischen Tiefstand gedrückt. Das geht aus dem neuen „Glücksatlas“ hervor, der am Mittwoch in Bonn veröffentlicht wurde.

Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerteten die Befragten darin ihre allgemeine Zufriedenheit im Jahr 2021 im Schnitt mit 6,58 Punkten. Das war noch weniger als im Jahr zuvor (6,74) – und der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebung 1984. 2019, also vor der Pandemie, hatte der Wert mit 7,14 Punkten noch auf einem Rekordniveau gelegen.

Glücksranking der Regionen

Laut der Umfrage leben die glücklichsten Deutschen im Norden. Platz 1 teilen sich Schleswig-Holstein und Hamburg mit jeweils 6,92 Punkten. Auf Platz drei und vier folgen Baden-Württemberg (6,88 Punkte) und NRW (6,83 Punkte). Bayern (6,81) erreicht den fünften Platz. Mit Sachsen-Anhalt (6,80) auf Platz sechs schafft es erstmals ein ostdeutsches Bundesland vor eine westdeutsche Region. Auf den hinteren Rangplätzen finden sich gleichermaßen ost- und westdeutsche Bundesländer. Hessen landet auf Platz 12 mit 6,63 Punkten, gefolgt von Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Thüringen verliert als einziges ostdeutsches Bundesland und landet bei 6,5 Punkten.

Impfung sorgt für „deutlichen Glücksschub“

Die Ergebnisse stehen der Untersuchung zufolge im direkten Zusammenhang mit Corona. „Je höher die Infektionszahlen und je strikter die Maßnahmen, desto niedriger das Glücksniveau“, heißt es im „Glücksatlas“. Besonders deutlich wird das bei der Zufriedenheit mit der eigenen Freizeitgestaltung: Sie stürzte auf 5,0 Punkte ab – vor der Pandemie lag sie noch bei 7,21 Punkten.

Betrachtet wurden auch die Auswirkungen einer Impfung gegen das Coronavirus. Sie löse bei Geimpften einen „deutlichen Glücksschub“ aus und hebe die Lebenszufriedenheit im Schnitt um 0,52 Punkte, so die Autoren.

Für die Untersuchung im Auftrag der Deutschen Post hatte das Institut für Demoskopie Allensbach mehr als 8400 Menschen deutschlandweit in einer repräsentativen Umfrage interviewt. Befragt wurden sie zwischen Januar und Juni 2021. Die Corona-Lage in der zweiten Jahreshälfte ist in den Daten also nicht abgebildet.

Autor

 Deutsche Presseagentur