Rente / 10.09.2019

Grundrente: IW plädiert für Freibetrag

Arbeitgebernahes Institut fordert, die Bedürftigkeitsprüfung so auszugestalten, dass sie als weniger beschämend empfunden wird.

Das Bild zeigt eine ältere Frau, die Geldmünzen aus ihrer Geldbörse nimmt.

Köln (iw/sth). Einen Anrechnungsfreibetrag bei der Grundsicherung, der unabhängig von der Einkommensart gewährt wird, hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gefordert. Bei einem Freibetrag von bis zu 200 Euro pro Monat profitierten nahezu alle bedürftigen Bezieher von Grundsicherungsleistungen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des IW. Allerdings würden Rentner damit "je nach individuellem Alterseinkommen bei Bedürftigkeit unterschiedlich behandelt", räumen die Forscher des in Köln ansässigen Instituts ein.

Um eine solche Ungleichbehandlung zu vermeiden, könnten alternativ auch die Regelsätze der Grundsicherung im Alter für alle bedürftigen Ruheständler angehoben werden, schreiben die IW-Forscher. Damit steige jedoch die Zahl der möglichen Bezieher von staatlicher Grundsicherung. Dies sei aber "weniger als Alarmsignal zu interpretieren, sondern vielmehr als Indiz wirksamer Alterssicherung", meinen die Wissenschaftler. Um die Akzeptanz der Grundsicherung generell zu stärken, sollte ihrer Meinung nach deshalb die "Bedürftigkeitsprüfung so ausgestaltet werden, dass sie als weniger beschämend empfunden wird".

Mehr zum Thema:

www.iwkoeln.de

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zur Grundrente (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen