Rente / 16.12.2019

Gut aufgestellt ins neue Jahr

Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Hessen verstärkt die Geschäftsführung und treibt die Digitalisierung voran

Die Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen: Scarlet Anderson-Hauth, Birgit Büttner und Thomas Hild-Füllenbach

Die Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen: Scarlet Anderson-Hauth, Birgit Büttner und Thomas Hild-Füllenbach

Frankfurt (mjj) Die Pläne für 2020 sind gemacht, der Haushalt steht. Die Deutsche Rentenversicherung Hessen sieht sich gut aufgestellt für die Herausforderungen des nächsten Jahres. "Unser Haushalt ist absolut solide" freut sich die Vorsitzende der Geschäftsführung Birgit Büttner anlässlich der jährlichen Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Hessen: "Liquiditätsprobleme wird es auch 2020 nicht geben." Ausschlaggebend dafür ist die gute wirtschaftliche Entwicklung. Sie spült Beiträge in die Rentenkasse: "Unsere Einnahmen sind 2019 um 4,8 Prozent gestiegen", so Büttner.

Die Vertreterversammlung ist das höchste Selbstverwaltungsorgan einer Rentenversicherung. Ihr gehören zu gleichen Teilen Vertreterinnen und Vertreter der Versicherten und der Arbeitgeber an. Sie arbeiten ehrenamtlich. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Wahl der Geschäftsführung. Mit Scarlet Anderson-Hauth wählte die Vertreterversammlung ein drittes Mitglied in die Geschäftsführung. Zusammen mit Birgit Büttner und Thomas Hild-Füllenbach wird sie künftig die Deutsche Rentenversicherung Hessen führen.

Erfahrung im "Reformen eintüten"

Eine weitere Aufgabe der Vertreterversammlung ist es, den Haushalt für das kommende Jahr zu verabschieden. Der am Freitag verabschiedete Haushaltsplan sieht einen Etat von 12,15 Milliarden Euro vor. 9,5 Milliarden stammen aus Beiträgen, vom Bund erwartet man 2,5 Milliarden Euro an Zuschüssen. 82 Prozent des Gesamthaushalts sieht der hessische Rentenversicherungsträger für Rentenzahlungen vor, die Verwaltungs- und Verfahrenskosten sind auf 1,3 Prozent veranschlagt.

Nicht eingeplant ist die Grundrente. Sie soll 2021 kommen. "Wir freuen uns, dass es Konsens ist, dass sie aus Steuer- und nicht aus Beitragsmitteln finanziert wird. Die Beitragszahler sollen nicht zusätzlich belastet werden", so Birgit Büttner.

So ganz ungeschoren kommt die Rentenversicherung aber nicht davon: Sie muss die Grundrente managen und Verfahrensfragen klären. Die Herausforderungen sind komplex, einige Fragestellungen gänzlich neu. "Das wird sportlich", gibt Büttner zu. Alleine die automatisierte Einkommensprüfung mit den Finanzbehörden, auf die sich die große Koalition geeinigt hat, wird viel Expertise und Zeit beanspruchen. Aber die Deutsche Rentenversicherung habe ja nach der Einführung der Mütterrente und der Flexi-Rente Übung im "Reformen eintüten", wie es ein Gast der öffentlichen Vertreterversammlung formulierte.

Herausforderung Digitalisierung

Und dennoch: die Implementierung der Grundrente zeigt auch, wie wichtig IT-Leistungen werden. Nur wenn es gelingt, solche Reformen auch mit entsprechenden Programmen und Abläufen zu unterlegen, lassen sich solche Großprojekte bürgerfreundlich umsetzen. "Sicher gehört die Digitalisierung zu unseren größten Aufgaben in 2020", sagt Thomas Hild-Füllenbach. Das gelte nicht nur mit Blick auf die kommende Grundrente. So treibt die Rentenversicherung die Digitalisierung auch in der Rentenbearbeitung und in ihren Kliniken voran. Ziel ist es, dass Aktenberge verschwinden. "Für unsere Versicherten und Patienten bedeutet das in erster Linie einen Zeitgewinn", sagt Hild-Füllenbach. Anträge können schneller bearbeitet werden.

Wo digitalisiert wird, braucht es Köpfe, die sie umsetzen. Hier stellt sich die Deutsche Rentenversicherung Hessen neu auf: "Wir bieten jetzt den dualen Studiengang Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik mit Fachrichtung Software-Engineering an", so Scarlet Anderson-Hauth. Mit Blick auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel müsse sich die Deutsche Rentenversicherung Hessen insgesamt immer stärker bemühen, Beschäftigte langfristig zu halten und neue zu gewinnen, so die Verwaltungsexpertin.

Inklusion durch Reha

Welche wichtige Rolle die Reha bei der Sicherung des Arbeitskräftepotenzials spielt, erklärte der Mediziner Ulf Seifart in einem Impulsvortrag über Inklusion. Er ist Chefarzt der Klinik Sonnenblick in Marburg. Inklusion sei nicht einfach "nur eine gute Idee, sondern ein Menschrecht", stellte Seifart klar. Und eine mehrschichtige Angelegenheit. Denn Inklusion bedeute nicht nur, behinderte Menschen, sondern auch Menschen mit einer anderen Sprache oder eben Kranke in der Gesellschaft zu integrieren. Deswegen baut seine Klinik Barrieren ab: Leitsysteme auf Symbolbasis und mehrsprachige Mitarbeiter navigieren Patienten durch ihre Reha.

Die Reha selbst sieht er dabei als einen wichtigen Faktor Menschen im Erwerbsleben zu halten, ihnen wieder eine Perspektive zu bieten. Die Klinik Sonnenblick behandelt vor allem Patienten mit Krebserkrankungen. "Diese Menschen sind hochmotiviert wieder zu arbeiten. Sie dafür wieder fit zu machen, das kann eine Reha", so der Mediziner.

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Autor

Michael J. John