Gesundheit / 12.09.2017

Gutes Vertrauensverhältnis

Umfrage: Mehrheit der Patienten bewertet Vertrauensverhältnis zu ihren Ärzten positiv

Offenbach/Berlin (kjs/KBV). 90 Prozent der Patienten haben das Vertrauensverhältnis zu ihren Ärzten mit "gut" bis "sehr gut" bewertet. Gute Noten erhielt auch die Kommunikation der niedergelassenen Ärzte mit ihren Patienten. 92 Prozent der Befragten haben dadurch die Ausführungen ihres Arztes besser verstanden, mit welcher Krankheit sie konfrontiert sind. Ebenso viele konnten auch gut nachvollziehen, wie ihre Behandlung aussieht und was sie selbst dazu beitragen können.

Das geht aus einer telefonischen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervor, die im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Zeitraum vom 15. Mai bis zum 27. Juni 2017 bei über 6.000 Versicherten durchgeführt wurde.

Wenige Unterschiede bei Wartezeiten

Das Phänomen einer älter werdenden Gesamtbevölkerung lässt sowohl für die rund 70 Millionen gesetzlich krankenversicherten (GKV) Patienten als auch für die rund neun Millionen privat Versicherten (PKV) die Zahl der Arztbesuche steigen. Bei der Anzahl der Arztbesuche im letzten Jahr ergab sich bei den Befragten folgendes Bild:

  • 1 Besuch: 15 Prozent der GKV-Patienten, 14 Prozent der PKV-Patienten
  • 3-5 Besuche: 32 Prozent der GKV-Patienten, 29 Prozent der PKV-Patienten
  • 11-20 Besuche: 12 Prozent der GKV-Patienten, 15 Prozent der PKV-Patienten

Bezüglich der Wartezeiten erklärt die KBV nach dieser Umfrage, dass es nur wenige Unterschiede bei den Wartezeiten in der Arztpraxis zwischen GKV- und PKV-Patienten gibt. Sofort und ohne jegliches Warten wurden 27 Prozent der GKV-Patienten und 30 Prozent der PKV-Patienten behandelt. Länger als drei Wochen dauerte es bei 15 Prozent der GKV-Patienten und bei 11 Prozent der PKV-Patienten. 19 Prozent der Befragten hat dieser Termin zu lange gedauert. 80 Prozent waren allerdings damit einverstanden.

Für 73 Prozent aller Befragten gibt es dort, wo sie wohnen, genügend Hausärzte. Dagegen bewerten 22 Prozent die Anzahl der Hausärzte für nicht genügend. Was die Versorgung mit Fachärzten vor Ort angeht, halten 51 Prozent diese für ausreichend und 43 Prozent für nicht ausreichend. Allerdings resultiert aus der subjektiven Wahrnehmung eines Ärztemangels für die Befragten nicht automatisch ein Versorgungsengpass. Dass sie persönlich schon einmal ein Problem hatten, einen geeigneten Arzt zu finden, sagen in allen Regionen und Gruppen 32 Prozent bei der Suche nach einem Hausarzt und 50 Prozent bei den Fachärzten.

Unsicherheit über Hilfe in der Nacht und am Wochenende

Große Unsicherheit besteht bei vielen Patienten, wohin sie sich wenden sollen, falls man nachts oder am Wochenende ärztliche Hilfe benötigt. Aufschlussreich ist das Ergebnis der Befragung. Viele (47 Prozent) gehen direkt ins Krankenhaus bzw. in die Notfallambulanz, obwohl sie keine Notfälle sind. 24 Prozent suchen den Notarzt oder Rettungsdienst und 20 Prozent der Befragten den ärztlichen Bereitschaftsdienst auf.

Eine Ursache, warum der ärztliche Bereitschaftsdienst eher selten aufgesucht wird, liegt auch daran, dass dessen Telefonnummer 67 Prozent der Befragten nicht bekannt ist. Als Aufgabe aus dieser Umfrage nimmt die KBV deshalb mit, dass die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 bekannter gemacht werden muss.

Autor: Karl-Josef Steden / Kassenärztliche Bundesvereinigung

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Karl-Josef Steden