Rente / 03.11.2020

GVG fordert Nachbesserung der digitalen Rentenübersicht

Akteure im Bereich der sozialen Sicherung: Künftige Information über alle Altersvorsorgeansprüche sollte Bürger schon bei der Planung unterstützen.

Bild zum Beitrag "GVG fordert Nachbesserung bei digitaler Rentenübersicht". Das Bild zeigt in einer Grafik die drei Säulen der Altersvorsorge

Berlin (sth). Ohne größere öffentliche Resonanz hat der Bundestag am vergangenen Donnerstag erstmals über den Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine Digitale Rentenübersicht beraten. Dabei dürfte das geplante Gesetz für Millionen Bürgerinnen und Bürger von Interesse sein – soll die Digitale Rentenübersicht doch künftig auf einen Blick am Computer darüber informieren, welche Ansprüche Arbeitnehmer und Selbstständige im Alter aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus betrieblicher und privater Altersvorsorge zu erwarten haben.

Einer der im Vorfeld des Gesetzgebungsverfahrens besonders aktiven Verbände – die renommierte Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung (GVG), in der alle großen Akteure im Bereich sozialer Sicherung versammelt sind – stellt sich zwar grundsätzlich hinter das Regierungsvorhaben. Für den weiteren Verlauf der Debatte sehen die Anbieter von Altersvorsorgeprodukten in der GVG aber noch Nachbesserungsbedarf. So solle die Digitale Rentenübersicht „über die reine Informationsbereitstellung hinaus die Bürgerinnen und Bürger bei ihrer Vorsorgeplanung unterstützen“, fordert die GVG in einer Stellungnahme. Ihre Kritik: Der Zweck des Gesetzes „hätte ambitionierter formuliert werden können“, so die GVG.  

„Ziel der Gesetzesvorlage unvollständig“

Nach Ansicht der GVG ist die geplante Übersicht über alle Altersvorsorgeansprüche bisher „ein reines Mittel zur Beschaffung von Informationen“. Diese Festlegung sei „unvollständig und fällt hinter die Zielsetzung“ des Projekts zurück, kritisiert der Verband. In einigen Jahren, wenn die Rentenübersicht allen Betroffenen zugänglich ist, solle das digitale Dokument auch bei der individuellen Planung der Altersvorsorge unterstützen, verlangt die GVG. Nach aktuellem Planungsstand soll die digitale Rentenübersicht im Oktober 2022 erstmals zugänglich sein und ein Jahr später den Regelbetrieb aufnehmen.

Darüber hinaus solle die digitale Rentenübersicht ermöglichen, die persönliche Altersvorsorge auch über längere Zeiträume nachzuvollziehen, fordert die GVG. Ein solches Tracking von Leistungsansprüchen sei „besonders dort relevant, wo keine Informationspflichten bestehen“. Zudem sollten die Informationen aus der digitalen Rentenübersicht „zu einem späteren Zeitpunkt auch dazu genutzt werden können, im Rahmen europäischer Projekte die Rentenansprüche mobiler Beschäftigter grenzüberschreitend nachvollziehbar zu machen“, heißt es in der Stellungnahme.

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Autor

Stefan Thissen