Rente / 18.02.2019

Handwerk wettert gegen geplante Grundrente

Verbandspräsident Wollseifer: Respekt-Rente zeigt keinen Respekt gegenüber Betriebsinhabern und Mitarbeitern.

Männer zeichnen Bauplan – Bildnachweis: gettyimages.de © PeopleImages

Berlin (dpa/sth). Vom deutschen Handwerk kommt scharfe Kritik an den Grundrenten-Plänen von Minister Hubertus Heil (SPD). "Der Arbeitsminister sagt, das ist eine Respekt-Rente. Ich frage, wo bleibt der Respekt gegenüber Betriebsinhabern und Mitarbeitern?", fragte Wollseifer im Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND/Freitag). "Ich finde es respektlos, Arbeitgebern und Beschäftigten, die sich jeden Tag abrackern, die Kosten aufzubürden und das Geld mit vollen Händen aus den Sozialkassen zu nehmen, um parteipolitische Versprechungen einzulösen." Er könne auch nicht erkennen, dass Heils Pläne die Gruppe der Geringverdiener tatsächlich zielgenau erreiche oder bei der Altersarmut Abhilfe geschaffen würde.

Laut einer Pressemitteilung seines Verbandes sagte Wollseifer weiterhin: "Ein falscher Ansatz ist aus unserer Sicht vor allem, dass eine Bedürftigkeitsprüfung abgelehnt wird. Die Folge: Bei Rentnerinnen und Rentnern, die eine kleine Rente beziehen und bereits mit der Grundsicherung aufstocken, wird die höhere Rente zum großen Teil mit der Grundsicherung verrechnet. Sie haben dann ein paar Euro mehr in der Tasche, während etwa die gut versorgte Pensionärsgattin die Aufstockung komplett verbuchen kann. Das schafft neue Ungerechtigkeiten. Wenn bedürftige Rentner, die ein Leben lang gearbeitet haben, besser gestellt werden sollen - dann bitte vernünftig und nicht mit der milliardenschwere Gießkanne."

Autor

 Deutsche Presseagentur