Rente / 09.11.2021

Handwerker haben bei Rentenbeiträgen die Wahl

Wer ein zulassungspflichtiges Gewerbe betreibt, muss Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung zahlen. Ihre Höhe kann man aber frei wählen.

Bild zum Beitrag "Handwerker: Höhe der Rentenbeiträge variabel". Das Bild zegt einen Handwerker, der vor einem Spiegel einen Blaumann anzieht.

Berlin (sth/drv). Immer weniger Berufsstarter und Arbeitnehmer entscheiden sich für einen Wechsel in die berufliche Selbstständigkeit. Laut einer Analyse des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2020 rund 3,71 Millionen Erwerbstätige als Selbstständige gemeldet. Das waren etwa 440.000 Unternehmer weniger als 2018 und fast 600.000 weniger als 2016. Unter den Selbstständigen des Jahres 2020 befanden sich den IAQ-Angaben zufolge rund 1,6 Millionen Unternehmer, die Angestellte beschäftigen, sowie 1,9 Millionen Solo-Selbstständige. 

Die mehr als 55.000 selbstständigen Handwerker, die ein zulassungspflichtiges Gewerbe ausführen, sind obligatorisch in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen – und müssen deshalb Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung zahlen. Nachdem sie 18 Jahre lang pflichtversichert waren, können sie sich allerdings von der Versicherungspflicht befreien lassen. Wer über einen solchen Schritt nachdenkt, sollte sich aber zuvor beraten lassen, empfiehlt die Deutsche Rentenversicherung. Denn damit verzichten Selbstständige auf das umfangreiche Leistungspaket der Rentenversicherung.

Dazu gehören neben dem Anspruch auf eine Rente im Alter auch die Absicherung des Erwerbsminderungsrisikos, der Schutz der Familie für den eigenen Todesfall und bei Bedarf eine Reha-Leistung. Übrigens: Statt einer Befreiung von der Rentenversicherungspflicht können selbstständige Handwerker die Höhe der fälligen Rentenbeiträge auch anpassen. So können sie niedrigere oder höhere Beiträge als den sogenannten Regelbeitrag zahlen, wenn sie ihr Arbeitseinkommen beispielsweise anhand des letzten Einkommensteuerbescheides nachweisen. Der Regelbeitrag beträgt derzeit rund 612 Euro monatlich im Westen und 579 Euro im Osten.

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Autor

Stefan Thissen