Rente / 22.09.2020

Handwerksverband für Minijob-Verdienst bis 600 Euro

Verbandspräsident Wollseifer: Mit jeder Anhebung des Mindestlohns verkürzt sich die Arbeitszeit von 450-Euro-Jobbern.

Bild zum Beitrag "Handwerksverband für Minijob-Verdienst bis 600 Euro". Das Bild zeigt eine Frau, die eine Arbeitsplatte putzt.

Berlin (dpa/sth). Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hält die Minijob-Gehaltsgrenze von 450 für völlig unzeitgemäß und fordert eine Anhebung auf 600 Euro. "Die 450-Euro-Minijob-Grenze gibt es schon über Jahre, während der Mindestlohn immer weiter steigt", sagte Verbandspräsident Hans Peter Wollseifer der "Rheinischen Post" (Montag). "Minijobber an der 450-Euro-Grenze profitieren aber nicht finanziell von all diesen Steigerungen - für sie verkürzt sich nur mit jeder Anhebung die Arbeitszeit."

Für die Arbeitgeber werde es immer schwieriger, die wegfallenden Arbeitsstunden aufzufangen, sagte Wollseifer. Denn viele Minijobber wollten auf keinen Fall diese Grenze überschreiten. Das führe dazu, dass vielfach nicht mehr genügend Minijobber zu finden seien, etwa Verkäufer bei Bäckern und Metzgern. Deshalb plädiert Wollseifer für eine höhere Grenze von 600 Euro. "Und wir müssen eine Dynamisierung einführen, damit wir nicht immer wieder alle paar Jahre darum kämpfen müssen, dass die Grenze steigt." 

Vor knapp zwei Jahren hatte bereits die FDP-Bundestagsfraktion in einem Antrag gefordert, die seit 2013 geltende Einkommensgrenze für geringfügig Beschäftigte von 450 Euro zu dynamisieren und auf das 60-fache des allgemeinen Mindestlohns zu begrenzen. Dadurch hätten Minijobber wegen der Anhebung des Mindestlohns zu Beginn der Jahre 2019 und 2020 im vergangenen Jahr bis zu 551,40 Euro monatlich verdienen dürfen, im Jahr 2020 bis zu 561 Euro. Der Antrag fand jedoch seinerzeit keine Mehrheit im Parlament. 

Mehr zum Thema:

www.zdh.de

Interview der "Rheinischen Post" mit Handwerksverbands-Präsident Hans Peter Wollseifer – hier veröffentlicht auf der Website des Zentralverbands des deutschen Handwerks

Autor

 Deutsche Presseagentur