Rente / 15.12.2017

Haushaltshilfen: Anmeldung schützt

Forsa-Umfrage im Auftrag der Minijob-Zentrale: Unfälle in den eigenen vier Wänden werden unterschätzt. Geringe Beiträge für Arbeitgeber.

Bochum (kbs). Das persönliche Unfallrisiko in den eigenen vier Wänden wird stark unterschätzt: Während nur eine von drei Personen in Deutschland angibt, dass die Gefahr eines Haushaltsunfalls hoch sei, hat sich die überwiegende Mehrheit zu Hause schon einmal verletzt – nur zwei Prozent sagen, dass sie noch nie einen Unfall in den eigenen vier Wänden erlitten haben. „Viele Menschen nehmen die Gefahr, im eigenen Haushalt einen Unfall zu erleiden, kaum wahr. Ein Grund dafür ist, dass der Haushalt als geschlossener Raum sicher wirkt. Die Umgebung ist bekannt und leichter zu überblicken, mögliche Unfallquellen werden leicht unterschätzt“, erklärt Richard Krings, Fachbereichsleiter Einsatzdienste und Ausbildung des Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Das geringe Bewusstsein für die Gefahren und Risikoquellen in Haus und Garten begünstigt Missgeschicke. Leichtsinniges Handeln war bei der Hälfte der Befragten der Grund für ihren häuslichen Unfall. Hinzu kommen häufig eine unzureichende Vorbereitung und ein starker Pragmatismus, der Flüchtigkeitsfehler fördert. So geben zwei Drittel (67%) der Befragten an, auch mal einen Stuhl, Hocker oder Tisch anstelle einer Leiter zu verwenden. Bei den Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren ist die Risikofreude sogar noch größer: 87 Prozent geben an, schon einmal auf eine dieser „Ersatzleitern“ zurückgegriffen zu haben. Ein fester Stand ist in solchen Fällen ebenso wenig gesichert, wie ausreichend Stabilität des Leiterersatzes.

Klassische Hausarbeit besonders unfallträchtig

Als häufigste Unfallarten geben die Befragten an, sich schon einmal geschnitten (92%), gestoßen (87%) oder verbrannt zu haben (76%). Jeder zweite Befragte ist im Haushalt zum Beispiel durch Stolpern oder Ausrutschen schon einmal hingefallen (57%). „Besonders bei klassischer Hausarbeit kommt es immer wieder zu Unfällen. Durch Zeitdruck und mangelnde Vorbereitung passieren schnell Fehler, die zu ernsthaften Verletzungen führen können. Ein umsichtiges Handeln ist hier das A und O“, erklärt Dr. Erik Thomsen. Er ist der Leiter der Minijob-Zentrale, bei der geringfügig beschäftigte Haushaltshilfen angemeldet werden müssen. Denn auch sie sind von den Unfallgefahren im Haushalt nicht ausgenommen und nur als legal beschäftigte Minijobber sind sie offiziell unfallversichert.

Bei alltäglichen Aufgaben im Haushalt, wie der Essenszubereitung, hatten 74 Prozent der Befragten bereits einen Unfall, bei den Frauen liegt der Anteil sogar bei 82 Prozent. Aber auch beim Heimwerken hat sich knapp die Hälfte der Befragten schon verletzt (49%), gefolgt von der Gartenarbeit (38%), dem Bügeln (22%) und dem Wischen oder Staubsaugen (17%).

Im schlimmsten Fall führen Unfälle zu einer Krankschreibung – das ist besonders belastend für Erwerbstätige. Neben den Schmerzen und den lästigen Arztbesuchen, können Betroffene häufig ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen: 17 Prozent der Befragten (knapp jeder Fünfte) mussten sich auf Grund eines Haushaltunfalles schon einmal oder mehrmals krankschreiben lassen.

Für angemeldete Haushaltshilfen greift bei Bedarf die Unfallversicherung

Auch Haushaltshilfen können sich bei der Unterstützung von Familien, Senioren und Berufstätigen im Haushalt einmal verletzten. Sind sie als geringfügig Beschäftigte bei der Minijob-Zentrale angemeldet, greift in diesem Fall die Unfallversicherung: „Angemeldete Haushaltshilfen sind während ihrer Arbeit gegen Arbeitsunfälle versichert – egal, ob sie gerade putzen oder Gardinen aufhängen. Sogar der Weg von der eigenen Wohnung zur Arbeit und zurück ist beinhaltet. Wer eine Haushaltshilfe beschäftigt, sollte sie also unbedingt anmelden“, erklärt Dr. Thomsen.

Über die Haushaltsjob-Börse (haushaltsjob-boerse.de) können Arbeitgeber und Minijobber Stellenangebote im Privathaushalt finden und einstellen – kostenlos und deutschlandweit. Wer seine Minijobber gefunden hat, muss sie bei der Minijob-Zentrale, der zuständigen Einzugs- und Meldestelle für alle Minijobs in Deutschland, anmelden. Die Anmeldung von Minijobs im Privathaushalt ist einfach und per Haushaltsscheck schnell zu erledigen (minijob-zentrale.de/haushaltsscheck).

Mehr zum Thema:

www.minijob-zentrale.de

Link zu den Ergebnissen der Forsa-Umfrage im Auftrag der Minijob-Zentrale zu Gefahren im Haushalt

Autor

 Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See