Finanzen / 26.03.2021

Hauskauf: Ohne die Eltern geht oft nichts

Soziale Ungleichheit beim Eigenheimkauf: Nicht Geld vom Staat, sondern der Kontostand der Eltern entscheidet oft, wer sich ein Haus leisten kann.

Neubausiedlung mit Einfamilienhäusern von oben.

München (dpa). Beim Kauf der eigenen vier Wände spielt soziale Ungleichheit nach Einschätzung des Baukreditvermittlers Interhyp sowohl in Deutschland als auch in Österreich eine erhebliche Rolle. Ohne finanzielle Hilfe von Eltern und Familie könnten sich viele Immobilienbesitzer den Erwerb nicht leisten, sagte Vorstandschef Jörg Utecht am Mittwoch. Das Unternehmen hat dazu 3300 Besitzer in Deutschland und Österreich befragt. Demnach sagte mehr als ein Drittel der Erben beziehungsweise ein Viertel der von der Familie Beschenkten, dass sie sich Haus- oder Wohnungskauf ohne diese Unterstützung nicht hätten leisten können.

Staatliche Förderung spielt nur eine kleine Rolle

„Wenn der Kontostand der Eltern maßgeblich entscheidet, wer sich Wohneigentum leisten kann, zementieren wir soziale Ungleichheit“, sagte Utecht. Staatliche Förderung wie das Baukindergeld oder KfW-Kredite spielen demnach eine kleinere Rolle – nur elf Prozent sagten, dass sie ohne Unterstützung des Staats keine eigene Immobilie gekauft hätten.

Der Baukreditvermittler zählt zu den Gewinnern der Corona-Krise. „2020 war ein Rekordjahr“, sagt Utecht. Das Münchner Unternehmen steigerte die vermittelten Baufinanzierungen um 17 Prozent auf 28,8 Milliarden Euro. Nach Angaben des Vorstands liegt der Marktanteil von Interhyp an der privaten Baufinanzierung mittlerweile bei über zehn Prozent. Ziel sind 20 Prozent. Das Vorsteuerergebnis legte um 11 Prozent auf 93 Millionen Euro zu, den Nettogewinn nannte Interhyp nicht.

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 Deutsche Presseagentur