Soziales / 27.04.2020

Heil für Recht auf Homeoffice – Kritik von Arbeitgebern

Der Bundesarbeitsminister will Arbeitnehmern den Zugang zum Homeoffice per Gesetz ermöglichen. Das hören Arbeitgeber gar nicht gern.

Mann lehnt sich im Homeoffice in seinem Bürostuhl zurück und streckt die Arme nach oben.

Berlin (bd). Bundesarbeitsminister Heil plant ein Recht auf Homeoffice. Er wolle bis Herbst ein entsprechendes Gesetz vorlegen, sagte der SPD-Politiker in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“. Die Arbeitgeber lehnen die Pläne ab.

Scholz: Homeoffice ist „eine echte Errungenschaft“

"Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist", so Heil. Beschäftigte sollen dann auf Wunsch entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche.

Unterstützung bekommt Heil von Finanzminister Scholz. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie viel im Homeoffice möglich sei. „Das ist eine echte Errungenschaft, hinter die wir nicht mehr zurückfallen sollten“, sagte Scholz gegenüber der Zeitung.

Arbeitgeber kritisieren „politischen Ladenhüter“

Bei den Arbeitgebern stößt der Vorstoß auf Ablehnung. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, spricht von einem „politischen Ladenhüter“. Es sei im Interesse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen, mobiles Arbeiten dort einzusetzen, wo es möglich und sinnvoll sei. Es müssten aber betriebliche Belange und die Wünsche der Kunden eine zentrale Rolle spielen. „Mit Homeoffice allein kann die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden.“

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Autor

Boris Dunkel