Rente / 13.09.2019

Heil zu Kompromissen bei Grundrente bereit

In der nächsten Woche verhandelt die Koalition über die Pläne. Union fordert Bedürftigkeitsprüfung

Berlin (dpa) Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich zu Kompromissen bei der Grundrente offen gezeigt. Er sei bereit, über die Zielgenauigkeit seines Vorschlags zu reden, sagte Heil bei der Beratung des Arbeits- und Sozialetats am Freitag im Bundestag. "Wir werden Kompromisse finden müssen." In den nächsten Wochen werde in der Koalition darüber verhandelt.

Union weiter für Bedürftigkeitsprüfung

Die Union lehnt einen Vorschlag Heils für den geplanten Aufschlag auf Kleinrenten ab, weil er keine Prüfung der Bedürftigkeit der Betroffenen vorsieht. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Peter Weiß (CDU), sagte, die Union bekenne sich zu einer "zielgerichteten Grundrente". Er betonte: "Das werden wir auch verwirklichen."

110 Milliarden für Rentenversicherung und Grundsicherung im Alter

Mit geplanten Ausgaben in Höhe von 148,6 Milliarden Euro handelt es sich um den mit Abstand größten Etat des Bundeshaushalts (2019: 145,3 Milliarden Euro). Allein die Ausgaben für die Rentenversicherung und die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung belaufen sich auf 109,62 Milliarden Euro.

Die Opposition warf Heil falsche Akzente gegen eine drohende Rezession vor (AfD), zu hohe Ausgaben nach dem Gießkannenprinzip (FDP), mangelnde Qualität (Grüne) und unzureichende Antworten gegen Niedriglöhne und Altersarmut (Linke).

Autor

 Deutsche Presseagentur