Gesundheit / 27.10.2020

Herzschwäche äußert sich oft subtil

Schon wieder aus der Puste? Wer merkt, dass die Leistungsfähigkeit abnimmt, sollte die Beschwerden nicht einfach auf das Alter schieben.

Frankfurt am Main (dpa/tmn) - Wenn einem beim Treppensteigen immer häufiger die Luft ausgeht, schiebt man das vielleicht auf schlechte Form. Eine mögliche Herzschwäche dürfte hier nur wenigen in den Sinn kommen - doch sie beginnt meistens mit einer Leistungsabnahme und mit Atemnot, warnt die Deutsche Herzstiftung.

Die Beschwerden könnten «unspektakulär» sein: Probleme beim Treppensteigen zum Beispiel oder dass man eine Bergwanderung nicht mehr schaffe, erläutert Prof. Thomas Voigtländer aus dem Vorstand der Stiftung. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, durch eingelagerte Flüssigkeit angeschwollene Füße und Unterschenkel zählen ebenfalls zu den ersten Symptomen. Patienten und Ärzte könnten diese nicht immer gleich dem Herzen zuordnen, so der Kardiologe. Insbesondere bei Senioren berge das die Gefahr, dass sie solche Beschwerden auf das Alter schieben, anstatt sie ernstzunehmen und abklären zu lassen.

Wenn der Herzmuskel an Pumpkraft verliert

Von einer chronischen Herzschwäche spricht man, wenn der Herzmuskel an Pumpkraft verliert - häufigste Auslöser hierfür sind eine koronare Herzkrankheit und Bluthochdruck. Vorhofflimmern, Herzfehler oder Alkoholmissbrauch zählen zu den weiteren möglichen Ursachen. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Herzschwäche lebensbedrohlich sein. Nach Angaben der Stiftung sterben jährlich rund 40 000 Menschen an den Folgen.

Medikamente nehmen und Lebensstil anpassen

Um lange gut damit zu leben, ist es wichtig, dass Betroffene nicht nur verordnete Medikamente konsequent einnehmen und die Ursachen der Herzschwäche medizinisch angegangen werden - sie sind auch gefordert, in dem sie ihren Lebensstil anpassen. Das bedeutet unter anderem: Bei Übergewicht abnehmen, auf Rauchen und Alkohol verzichten, sich gesund ernähren und moderat Sport treiben.

Darauf gilt es beim Sport zu achten

Beim Sport gilt die Grundregel, sich mit möglichst geringem Kraftaufwand viel zu bewegen. Spazieren gehen, Nordic Walking oder Radfahren sind ideal. Wichtig: Man sollte vorher vom Arzt die eigene Belastbarkeit testen lassen.

Außerdem gerade in diesen Zeiten wichtig: Da eine Infektion bei Herzpatienten zu schweren Verläufen führen könne, sollten sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen, rät die Herzstiftung.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst