Gesundheit / 11.03.2020

Hilfe für Kinder aus Sucht-Familien gefordert

Kinder, deren Eltern ein Suchtproblem haben, benötigen umfangreichere Unterstützung der Politik. Das betont die Bundesdrogenbeauftragte.

Bild zum Thema Hilfe für Kinder aus Sucht-Familien gefordert: Junge sitzt allein im Klassenzimmer und schaut deprimiert.

Berlin (dpa). Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig will bessere Hilfen für Kinder aus Familien mit Suchtproblemen erreichen. „Kinder dürfen kein Kollateralschaden der elterlichen Sucht sein, um den man sich oft nur durch Zufall kümmert“, sagte die CSU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb solle sichergestellt werden, dass Angebote von Jugendhilfe und Gesundheitssystem künftig nahtlos ineinandergreifen. „Wenn Kinderärzte erkennen, dass ein Kind Unterstützung braucht, dann müssen sie auch in der Lage sein, die notwendige Hilfe etwa durch die Jugendämter anzuschieben.“ Dies klappe nur, wenn der Kinderarzt seinen Einsatz auch vergütet bekomme.

Politik will schnell handeln

Ludwig bezog sich auf entsprechende Empfehlungen einer Arbeitsgruppe zur Lage von Kindern psychisch und suchtkranker Eltern. Ihr gehörten unter anderem Vertreter der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitswesens, von Ländern und Kommunen sowie Forscher an. Die Drogenbeauftragte betonte, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sie seien sich einig, dass die an die Gesundheitspolitik im Bund gerichteten Empfehlungen vollständig umgesetzt werden sollten. Sie müssten dann auch so schnell wie möglich in der Praxis ankommen.

Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung wachsen mehr als drei Millionen Kinder in Familien mit Suchtbelastungen auf – rund 2,65 Millionen davon haben ein Elternteil mit Alkoholproblemen.

Weitere Informationen

www.drogenbeauftragte.de
Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2019 (PDF)

www.ag-kpke.de
Abschlussbericht der Experten-Arbeitsgruppe (PDF)

Autor

 Deutsche Presseagentur