Rente / 21.01.2019

Höhere Rente für Erwerbsgeminderte

Seit 1. Januar ist eine neu bewilligte Rente für Menschen, die nicht mehr arbeiten können, deutlich höher als bei früherem Rentenbeginn.

Hände halten mehrere Euro-Geldscheine in die Luft über einem Taschenrechner. – Bildnachweis: gettyimages.de © OlegGr

Berlin (sth). Wer ab Anfang dieses Jahres eine Erwerbsminderungsrente zugesprochen bekommt, profitiert von einer deutlichen Anhebung der Zurechnungszeit. Durch die Zurechnungszeit werden Erwerbsgeminderte jetzt so gestellt, als hätten sie ab Eintritt der Erwerbsminderung bis zur neuen – rechnerischen – Altersgrenze von 65 Jahren und acht Monaten mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen weitergearbeitet. Im Jahr 2018 wurde die Rente für chronisch Kranke und Menschen, die wegen eines Unfalls dauerhaft nicht mehr oder nur noch teilweise arbeiten können, noch so berechnet, als hätten die Betroffenen bis zu einem Alter von 62 Jahren und drei Monaten weitergearbeitet. Je nach Alter bei Rentenbeginn müssen Erwerbsgeminderte aber auch künftig Abschläge von bis zu 10,8 Prozent in Kauf nehmen.

Beispiel: Arbeitnehmer Franz Koslowski hat nach seinem Realschulabschluss ab seinem 17. Geburtstag mit einer Ausbildung begonnen. Mit 51 Jahren erkrankte Koslowski im Jahr 2018 so schwer, dass er ab seinem 52. Geburtstag im Januar 2019 eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) bewilligt bekam. Seine tatsächliche Versicherungszeit beträgt damit 35 Jahre. Seine EM-Rente wird jedoch so berechnet, als hätte er bis zu einem Alter von 65 Jahren und acht Monaten mit seinem bisherigen durchschnittlichen Verdienst weitergearbeitet.

Rechnerische Versicherungszeit - tatsächliche Rentenhöhe

Koslowskis Versicherungszeit umfasst damit 48 Jahre und acht Monate – und nicht mehr 45 Jahre und drei Monate wie nach bisheriger Berechnung. Lag sein persönlicher lebenslanger Durchschnittsverdienst bei 80 Prozent des Verdiensts aller rentenversicherten Beschäftigten, kommt er damit jetzt zunächst auf 38,93 Entgeltpunkte – denn für jedes Beitragsjahr bekommt er im Schnitt 0,8 Entgeltpunkte gutgeschrieben. Wegen seines vorzeitigen Rentenbeginns muss er allerdings den Höchstabschlag von 10,8 Prozent hinnehmen. Damit kommt er auf eine tatsächliche Brutto-Rente von monatlich 1.112 Euro in den alten und 1.066 Euro in den neuen Ländern.

Wer ebenfalls mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat und bisher mit gewissen Sorgen auf die prognostizierte Höhe seiner EM-Rente in der jährlichen Renteninformation schaute, sollte seine diesjährige Renten-Post mit dem letztjährigen Brief vergleichen. Mit Erstaunen werden manche Versicherte jetzt feststellen, dass sie im Falle eines Falles in der Rentenversicherung deutlich besser abgesichert sind als gedacht.

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www.deutsche-rentenversicherung.de

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Autor

Stefan Thissen