Soziales / 29.09.2020

IAB: Stimmung am Arbeitsmarkt hellt sich auf

Arbeitsmarktbarometer: Ein halbes Jahr nach dem Shutdown ist der Abwärtstrend gestoppt. Die positive Entwicklung macht Mut.

Werkshalle für Automontage mit hängenden Fahrzeugen und Arbeitern.

Nürnberg (dpa). Ungeachtet der Ankündigungen von massivem Personalabbau in der Automobilbranche hellt sich die Stimmung am Arbeitsmarkt generell weiter auf. Das Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sprang im September erstmals seit Monaten wieder über die 100-Punkte-Marke, wie das IAB am Montag mitteilte. „Ein halbes Jahr nach dem Shutdown verbessern sich die Aussichten, Arbeitslosigkeit wieder abzubauen“, sagte der Leiter des Forschungsbereiches Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen beim IAB, Enzo Weber.

Frühindikator für die kommenden drei Monate

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator. Es basiert auf den Prognosen aller deutschen Arbeitsagenturen für die bevorstehenden drei Monate. Das Barometer besteht aus zwei Komponenten – Arbeitslosigkeit und Beschäftigung. Die Entwicklung bei der Arbeitslosigkeit werde günstiger erwartet als bei der Beschäftigung, also der Neubesetzung offener Stellen.

Positive Signale am Arbeitsmarkt

„Der Arbeitsmarkt hat sich gefangen“, sagte Weber. Derzeit werde weniger entlassen als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Die schnelle Erholung der Wirtschaft nach der Aufhebung vieler Corona-Beschränkungen und der Umsetzung umfangreicher staatlicher Stabilisierungsmaßnahmen habe den Abwärtstrend gestoppt. Allerdings sieht er auch Risiken, darunter verzögerte Insolvenzen und die fehlende Zuwanderung, die das Arbeitskräftepotenzial über Jahre deutlich erhöht habe.

„Die positiven Signale am Arbeitsmarkt machen Mut“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Katja Mast, der Deutschen Presse-Agentur. „Und sie zeigen, dass die Instrumente gegen die Krise wirken: Kurzarbeit funktioniert, sichert Arbeitsplätze und ermöglicht eine schnelle Rückkehr zum Vorkrisenniveau.“

Das Konjunkturprogramm setze auf breite Impulse für Investitionen und Konsum, ergänzte die Sozialdemokratin. „Es gilt aber weiterhin genau hinzuschauen. Einige Branchen haben es schwerer, etwa im Bereich Automobil- und Zulieferindustrie. Hier braucht es zielgenaue Unterstützung in der Transformation statt Stellenabbau.“

Autor

 Deutsche Presseagentur