Finanzen / 12.09.2022

Ifo-Chef Fuest erwartet sinkende Energiepreise

Deutschland rutscht im Winter in die Rezession, so der Wirtschaftsforscher. Immerhin: Bei den Energiepreisen bestehe Grund zur Hoffnung.

Rote Verlaufskurve von Aktienkursen mit Zahlen, Strommasten und Industriesymbolen im Hintergrund.

Berlin (dpa). Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo rechnet langfristig mit sinkenden Energiepreisen. Künftig werde Russland sein Gas und Öl an andere verkaufen, sagte Ifo-Chef Clemens Fuest dem „Tagesspiegel“ (Montag). Diese Staaten kauften wiederum weniger Gas aus anderen Quellen. „Das fließt dann nach Europa.“ Der Ukrainekrieg habe die Energieversorgung weltweit gesehen wenig verändert. Allerdings sei der Umbau der Infrastruktur teuer.

Wirtschaft in der Energiekrise stützen

Der Ökonom sprach sich auch dafür aus, der Wirtschaft wegen der Energiekrise zu helfen. „Zumindest bei Liquiditätshilfen und Bürgschaften muss das Angebot groß sein, aber das heißt nicht, dass es voll in Anspruch genommen wird.“ Der Sinn von Rettungsschirmen bestehe in erster Linie darin, Banken und Kapitalmärkte im Geschäft zu halten. Wenn sie wüssten, dass ihre Kunden nicht illiquide würden, würden sie selbst weiter Kredite vergeben. Die Hilfen sollten nur in Anspruch genommen werden, wenn es nicht mehr anders gehe. „Und ich denke, das wird seltener der Fall sein als bei Corona.“

Das Ifo-Institut stellt am Montag seine Konjunkturprognose vor. Fuest geht nach eigenen Worten davon aus, dass Deutschland im Winter in die Rezession rutscht.

Autor

 Deutsche Presseagentur