Soziales / 07.08.2020

Ifo-Institut: weniger Menschen in Kurzarbeit, aber nicht überall

Der Anteil an Kurzarbeit geht zurück, das betrifft aber längst nicht alle Branchen. Die Krise am Arbeitsmarkt ist noch nicht vorbei.

Ordner Kurzarbeitergeld mit Münzen, Geldscheinen, Taschenrechner und einem Stift.

München (dpa). Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist nach Berechnungen des Ifo-Instituts im Juli auf 5,6 Millionen Menschen gesunken. Im Juni waren es noch 6,7 Millionen und im Mai 7,3 Millionen, wie das Institut am Donnerstag in München mitteilte. Der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten schrumpfte damit von 20 auf 17 Prozent.

Kurzarbeit steigt in manchen Branchen weiter an

„Der Rückgang hat sich zwar insgesamt beschleunigt, aber in einigen Branchen nimmt die Kurzarbeit sogar noch zu“, erklärte der Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Dazu zählen der Maschinenbau und die Elektrobranche: Im Maschinenbau sind nun 378.000 Personen in Kurzarbeit, im Juni waren es noch 354.000.

In der Elektrobranche sind nun 271.000 Beschäftigte in Kurzarbeit nach 260.000 Menschen im Juni. In der Industrie insgesamt sei die Zahl der Kurzarbeiter aber von 2,3 Millionen auf 2,1 Millionen Menschen leicht gesunken – darunter in der Autobranche und der Metallindustrie.

Krise am Arbeitsmarkt ist noch nicht vorbei

Bei den Dienstleistern sind den Angaben zufolge inzwischen deutlich weniger Menschen in Kurzarbeit. Im Gastgewerbe sind es derzeit noch 465.000 Menschen und damit 42 Prozent. Im Juni waren es noch 61 Prozent und im Mai 72 Prozent.

Die Krise am Arbeitsmarkt sei aber noch nicht vorbei, sagte Anja Piel aus dem Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Deshalb müsse unter anderem der Anspruch auf das Kurzarbeitergeld unbedingt über den Jahreswechsel hinaus verlängert werden.

Autor

 Deutsche Presseagentur