Soziales / 12.05.2020

ifo: Krise trifft Arbeitsmarkt im Süden besonders

Fast ein Fünftel aller Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg plant den Abbau von Jobs im Zuge der Corona-Krise – mit großen Branchenunterschieden.

Umriss der Bundesrepublik Deutschland mit Städtepunkten und Hand im Hintergrund. – Bild: stock.adobe.com © vege

München (dpa). Ausgerechnet die beiden Musterschüler in Sachen Arbeitslosigkeit könnten von der Corona-Krise am härtesten getroffen werden. In Baden-Württemberg und Bayern hat laut einer Umfrage des ifo Instituts rund ein Fünftel der Unternehmen beschlossen, Jobs abzubauen. „Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch“, sagt Klaus Wohlrabe vom ifo Institut. Zwischen den Branchen gibt es dabei riesige Unterschiede beim Jobabbau: von gar nicht bis großflächig.

Höchster Jobabbau in Bayern und Baden-Württemberg geplant

Konkret gaben 22 Prozent der befragten Betriebe in Baden-Württemberg und 20 Prozent in Bayern an, einen Beschäftigungsabbau bereits beschlossen zu haben. Dahinter folgten die Region „Nordwest-Deutschland“ aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen mit jeweils 18 Prozent. Hessen kommt auf 16 Prozent.

In den in der Umfrage zu „Nordost-Deutschland“ zusammengefassten Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sprachen 14 Prozent von einem beschlossenen Beschäftigungsabbau. Ebenso in den als „Mitteldeutschland“ zusammengefassten Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am glimpflichsten könnten Rheinland-Pfalz und Saarland davonkommen: In den zusammengefassten Antworten nannten 11 Prozent der Befragten einen Beschäftigungsabbau als Reaktion auf die Krise.

Beschäftigungsabbau betrifft Branchen unterschiedlich stark

Auch je nach Branche unterscheiden sich die Antworten der Betriebe. So ist bei den Herstellern pharmazeutischer Erzeugnisse Beschäftigungsabbau kein Thema, am Bau nur bei drei Prozent und in der chemischen Industrie bei fünf Prozent der Befragten. In der Gastronomie dagegen steht bei 58 Prozent der befragten Betriebe Beschäftigungsabbau auf der Tagesordnung. Auch bei Leiharbeitsfirmen sind es mit 57 Prozent mehr als die Hälfte, im Bereich Beherbergung 50 und in der Herstellung von Lederwaren und Schuhen 48 Prozent. Ebenfalls hart getroffen ist die Reisebranche mit 43 Prozent sowie die Autoindustrie mit 39 Prozent.

Weitere Informationen

www.ifo.de
Pressemitteilung des ifo Institutes

Autor

 Deutsche Presseagentur