Rente / 21.06.2021

Ifo-Präsident Fuest: Rente im Grundgesetz regeln

„Deutschland braucht eine längerfristige, regelgebundene Rentenpolitik, die Distanz von der Tagespolitik und von Wahlkämpfen hat“.

Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Berlin (dpa). Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, plädiert dafür, die Rentenpolitik im Grundgesetz zu regeln, um sie aus den Wahlkämpfen herauszuhalten. „Deutschland braucht eine längerfristige, regelgebundene Rentenpolitik, die Distanz von der Tagespolitik und von Wahlkämpfen hat“, sagte er dem Nachrichtenportal t-online. „Man könnte eine Art Nachhaltigkeitsvorgabe für die Rente im Grundgesetz verankern, ähnlich wie bei der Schuldenbremse.“ Die Bürger wüssten dann, dass das Rentensystem verlässlich funktioniere, unabhängig davon, wer gerade regiere. „So würden die Parteien auch nicht so leicht der Versuchung erliegen, kurzfristige Wahlgeschenke zu verteilen.“

Über das künftige Renteneintrittsalter sagte Fuest, alle würden in Zukunft länger arbeiten müssen als heute. „Das Rentenalter müsste voraussichtlich spätestens im Jahr 2040 bei knapp 68 Jahren liegen.“ Zuletzt war erneut eine Diskussion über eine Anhebung des Renteneintrittsalters entbrannt. Berater des Wirtschaftsministeriums hatten eine Anhebung auf 68 Jahre vorgeschlagen. Derzeit gilt ein stufenweiser Anstieg des Eintrittsalters auf 67.

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 Deutsche Presseagentur