Gesundheit / 27.07.2018

Illegaler Medikamentenhandel: Zweite Apotheke betroffen

Berliner Apotheke hat vermutlich die gestohlenen Krebsmedikamente aus Griechenland über einen bayerischen Großhandel bezogen.

Berlin (dpa/bb). Im Skandal um illegalen Medikamentenhandel ist eine zweite Berliner Apotheke betroffen. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Donnerstag mit.

Vorausgegangen sei eine Information aus Bayern. Die Regierung in Oberfranken habe mitgeteilt, dass die Berliner Apotheke die vermutlich gestohlenen Krebsmedikamente aus Griechenland über einen bayerischen Großhandel bezogen habe.

Für die Apotheke sei dies nicht erkennbar gewesen, da der Großhändler eine gültige Handelserlaubnis habe. Die Apotheke sei darüber sofort informiert worden, so die Senatsgesundheitsverwaltung.

Versagen der behördlichen Aufsicht

Eine Überprüfung ergab demnach: Fünf Arztpraxen beziehungsweise medizinische Einrichtungen, davon drei in Berlin, haben die betroffenen Arzneimittel erhalten. Diese sollen nun unterrichtet werden von der Apotheke, damit sie ihre Patienten informieren können.

Ein Brandenburger Pharmaunternehmen soll die Medikamente an Apotheken in mehrere Bundesländer geliefert haben. Erste Hinweise darauf gab es bereits 2016, aber erst vergangene Woche wurde der Firma die Betriebserlaubnis entzogen und versucht, ausgelieferte Medikamente zurückzurufen.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) hat inzwischen ein Versagen der behördlichen Aufsicht eingeräumt. Die Staatsanwaltschaften Potsdam und Neuruppin ermitteln.

Autor

 Deutsche Presseagentur