Soziales / 24.06.2021

Immer mehr ältere Menschen gehen arbeiten

65plus und noch nicht im Ruhestand: In Deutschland steigt der Anteil der erwerbstätigen Senioren.

Immer mehr ältere Menschen gehen arbeiten. – Senior und Junior arbeiten zusammen in Tischlerei.

Wiesbaden (iv). Der Anteil der erwerbstätigen Senioren ist in den vergangenen zehn Jahren gewachsen. Noch 2009 waren nur 4 Prozent der über 65-Jährigen berufstätig, 2019 bereits 8 Prozent. Das meldet das Statistische Bundesamt.

Einer der Gründe dürfte in dem zunehmenden Renteneintrittsalter liegen. Seit 2012 steigt das reguläre Renteneintrittsalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre bis 2031. Daneben spielt aber auch das höhere Bildungsniveau eine Rolle: je höher der Bildungsabschluss, desto höher die Erwerbsquote. Während mehr als jeder vierte Hochqualifizierte in der Altersgruppe 65 bis 69 erwerbstätig war, lag die Quote bei den Geringqualifizierten nur bei 13 Prozent.

Mehr als ein Drittel (38 Prozent) arbeitet vorwiegend für den Lebensunterhalt. Für knapp zwei Drittel der älteren Erwerbstätigen geht es eher um einen Zuverdienst.

Viele Selbstständige arbeiten im Rentenalter weiter

Besonders Selbstständige und mithelfende Familienangehörige üben ihren Beruf häufig auch jenseits eines Alters von 65 Jahren aus – mit 37 Prozent liegt der Anteil mehr als dreimal so hoch wie bei allen Erwerbstätigen (10 Prozent). Ein Grund dafür kann sein, dass für Selbstständige keine Rentenversicherungspflicht existiert, so dass viele Selbstständige im Alter auch keine gesetzliche Rente erhalten. Darüber hinaus gibt es auch kein gesetzlich festgelegtes Alter des Renteneintritts als psychologischen Bezugspunkt.

2019 lebten rund 18 Millionen Menschen ab 65 Jahren in Deutschland. Bis 2037 wird deren Zahl voraussichtlich auf 23,3 Millionen Menschen wachsen.

Autor

 Statistisches Bundesamt (destatis)