Rente / 13.10.2020

Immer mehr neue Witwer erhalten Rente

Mehr als 102.000 Ehemänner verstorbener Frauen bekamen 2019 erstmals eine Hinterbliebenenrente überwiesen – ein Drittel mehr als 2018.

Bild zum Beitrag "Deutlich mehr Männer erhalten Witwerrente". Das Bild zeigt einen Mann mittleren Alters, der melancholisch aus dem Fenster schaut.

Berlin/Bad Homburg (sth). Der seit 20 Jahren erkennbare Trend, dass mehr Männer nach dem Tod ihrer Ehepartnerin Anspruch auf eine gesetzliche Witwerrente haben, hat sich im vergangenen Jahr deutlich verstärkt. Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung, die www.ihre-vorsorge.de vorliegen, stieg die Zahl der männlichen Bezieher einer Hinterbliebenenrente im Jahr 2019 auf mehr als 102.000. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um ein Drittel. 2018 hatten noch knapp 76.500 Männer erstmals eine Witwerrente zugesprochen bekommen, zu Beginn des Jahrhunderts waren es etwa 46.000. Durchschnittlich erhielten die Berechtigten den Angaben zufolge monatlich etwa 248 Euro (netto). Die relativ geringe Höhe ist vor allem darauf zurückzuführen, dass bei etwa 85 Prozent aller Witwer eigenes Einkommen angerechnet werden musste.   

Bei den neu bewilligten Witwenrenten ist dagegen im gleichen Zeitraum eine weitgehende Stagnation zu beobachten. Laut den neuen Rentenversicherungsdaten bewegt sich die Zahl der erstmals gezahlten Hinterbliebenenrenten an Frauen seit 2000 zwischen etwa 245.000 und 277.000. Im Jahr 2019 erhielten rund 264.000 hinterbliebene Ehefrauen erstmals eine Witwenrente überwiesen – im Schnitt etwa 655 Euro monatlich (netto). Bei rund einem Drittel der neuen Renten wurde eigenes Einkommen der Frauen angerechnet, hier war die ausgezahlte Rente im Schnitt 585 Euro hoch. Witwenrenten ohne Einkommensanrechnung hatten im Schnitt eine Höhe von 693 Euro.

Weiter rückläufig ist nach Angaben der Rentenversicherung die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen des Todes von einem oder beiden Elternteilen Anspruch auf eine Waisenrente haben. Im Jahr 2019 bekamen rund 53.000 Mädchen, Jungen und junge Erwachsene erstmals eine Hinterbliebenenrente gezahlt, im Schnitt monatlich etwa 196 Euro (der Anspruch von Vollwaisen ist etwa doppelt so hoch, d. Red.). Ebenfalls weiter gesunken ist die Zahl der Frauen und Männer, die wegen des Todes ihres geschiedenen Ex-Partners seit 2019 Anspruch auf eine Erziehungsrente haben: Genau 1.062 dieser Renten wurden im Vorjahr erstmals gezahlt – im Schnitt etwa 853 Euro.

Mehr zum Thema:

https://statistik-rente.de/drv/  > Rente > Rentenzugang

Pfad zu den Daten der Deutschen Rentenversicherung über die Neurenten des Jahres 2019

Autorenbild

Autor

Stefan Thissen