Rente / 11.10.2017

Immer öfter bis zur Altersgrenze im Job

BA: Mehr als 2,3 Millionen Arbeitnehmer über 60 Jahre waren im März 2017 sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Nürnberg/Offenbach (sth). Die Perspektiven älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt haben sich im ersten Quartal dieses Jahres erneut verbessert. Mehr als 2,3 Millionen Beschäftigte über 60 Jahren standen nach aktuellen Analysen der Bundesagentur für Arbeit (BA) im März dieses Jahres in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis – und erwarben damit weitere Rentenansprüche. Ein Jahr zuvor gingen mit rund 2,16 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch etwa 150.000 Beschäftigte dieser Altersklasse weniger einer versicherten Arbeit nach (siehe auch Link unten).

Bezieht man bereits die über 55-Jährigen in die Gruppe älterer Arbeitnehmer ein, waren den BA-Daten zufolge in diesem Frühjahr mehr als 5,8 Millionen Menschen vor der derzeitigen Regelaltersgrenze von 65 Jahren und sechs Monaten sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 2,7 Millionen oder fast 90 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Die Beschäftigung Älterer ist laut BA damit "stärker gestiegen als die Beschäftigung insgesamt".

Weiter Probleme für Arbeitslose über 50 Jahren

Trotz der generell guten Beschäftigungschancen haben Arbeitnehmer, die nach dem 50. Geburtstag arbeitslos werden, aber oft noch große Schwierigkeiten eine neue Stelle zu finden – obwohl sie in aller Regel über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. "Haben sie erst einmal ihren Job verloren, bleiben sie länger arbeitslos als Jüngere. Und je länger das so ist und je älter sie sind, desto seltener gelingt ihnen der Wiedereinstieg", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Arbeitsmarktanalyse der "Süddeutschen Zeitung" (siehe auch Link unten). Und aus einer Studie der BA zitiert das Blatt: "Ihr Alter an sich ist ein Vermittlungshemmnis."

Aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung überwiegen jedoch – wie für die Arbeitsmarktstatistiker der BA – insgesamt die positiven Trends. So waren Ende 2014 mehr als 35 Prozent der Frauen und Männer, die im Jahr darauf in die (Alters-)Rente gingen, versicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vergleich: Mitte des vergangenen Jahrzehnts war der Anteil der Neurentner, die bis zum Beginn des Ruhestands arbeiteten, nur etwa halb so hoch. Gut möglich, dass die Rentenstatistiker bereits in den kommenden Wochen 40 Prozent der Neurentner des Jahres 2016 als "bis zuletzt im Job" vermelden können.   

Mehr zum Thema:

https://statistik.arbeitsagentur.de

Link zur aktuellen Übersicht der Bundesgentur für Arbeit über sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Altersgruppen (Stand: März 2017 – im Excel-Format)

www.sueddeutsche.de

Link zu einer aktuellen Analyse der "Süddeutschen Zeitung" über die Beschäftigungsperspektiven älterer Arbeitsloser 

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Autor

Stefan Thissen