Soziales / 12.04.2021

Immer weniger Sozialwohnungen

Die Zahl der Sozialwohnungen in Deutschland ist 2020 massiv gesunken. Besonders heftig trifft es den Osten.

Immer weniger Sozialwohnungen. – Baustelle Wohnhochhäuser sozialer Wohnungsbau.

Berlin/Potsdam (dpa). Die Zahl der Sozialwohnungen in den östlichen Bundesländern ist innerhalb von vier Jahren um knapp 43 Prozent gesunken. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion, Caren Lay, hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Danach schrumpfte der Bestand an Mietwohnungen mit Miet- und Belegungsbindung trotz der Fertigstellung neuer Sozialwohnungen zwischen Ende 2015 bis Ende 2019 von 102.116 Wohnungen auf dann nur noch 58.604 Sozialwohnungen.

Rückgang stellenweise über 70 Prozent

Am stärksten war der Rückgang in diesem Zeitraum den Angaben zufolge in Sachsen-Anhalt mit über 70 Prozent, wo Ende 2019 nur noch 3.510 Sozialwohnungen übrig waren. In Brandenburg sank die Anzahl dieser Wohnungen um mehr als 50 Prozent auf 24.850 Wohnungen. In Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern lag der Rückgang bei jeweils rund 27 Prozent. In Sachsen blieb der Bestand seit 2015 relativ stabil, allerdings auf eher niedrigem Niveau: Ende 2019 gab es im Freistaat noch 11.469 Sozialwohnungen.

Betrachtet man das gesamte Bundesgebiet, so fiel der Rückgang nicht ganz so stark aus. Der Bestand schrumpfte bundesweit im gleichen Zeitraum um rund 14 Prozent auf knapp 1,14 Millionen Sozialwohnungen. Allein in jenem Jahr wurden in Deutschland 25.565 neue Sozialwohnungen gebaut, während parallel dazu 64.456 Wohnungen aus der Sozialbindung fielen.

Staatlich regulierte Mieten auf Zeit

Bei Sozialwohnungen sind die Mieten staatlich reguliert. Nur Menschen, bei denen die Behörden einen besonderen Bedarf sehen, dürfen dort wohnen. Allerdings fallen Wohnungen nach einer bestimmten Zeit aus der „Bindung“ und können dann normal am Markt vermietet werden. Die Dauer dieser Bindung ist in den verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt. Oft sind es 12, 15, 20 oder 30 Jahre.

Autor

 Deutsche Presseagentur