Finanzen / 30.04.2020

Inflation auf niedrigstem Stand seit November 2016

Die Corona-Krise lässt die Verbraucherpreise purzeln. Die Inflationsrate ist im April auf einen neuen Tiefstand von 0,8 Prozent gesunken.

Aktienchart mit Stadtsilhouette im Hintergrund. – Bild: peshkov - stock.adobe.com

Wiesbaden (dpa). Die Inflation in Deutschland ist im April in der Corona-Krise auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise nur noch um 0,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Daten mitteilte. Einen ebenso niedrigen Wert hatte es im November 2016 gegeben. Im März hatte die Rate noch bei 1,4 Prozent gelegen.

Wirtschafts-Shutdown wegen Corona lässt Rohöl-Preise sinken

Deutlich weniger als im April 2019 mussten Verbraucher wegen des Einbruchs der Ölpreise insgesamt für Haushaltsenergie und Sprit zahlen (minus 5,8). Mit dem weitgehenden Stillstand der Wirtschaft in vielen Ländern in der Corona-Krise verringert sich auch die Nachfrage nach Rohöl. Die Preise sinken. Im April hatte sich der Absturz der Ölpreise zeitweise noch beschleunigt.

Gegenüber März stiegen die Verbraucherpreise den vorläufigen Daten zufolge um 0,3 Prozent.

EZB strebt Inflationsrate von knapp 2,0 Prozent an

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

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 Deutsche Presseagentur