Finanzen / 26.01.2022

Inflation: EZB-Chefvolkswirt erwartet starken Rückgang noch 2022

Die EZB rechnet im Lauf des Jahres mit einem Absinken der Inflation. Die Geldpolitik bleibt auf eine Teuerungsrate von 2 Prozent ausgerichtet.

Inflation: EZB-Chefvolkswirt erwartet starken Rückgang noch 2022

Frankfurt/Main (dpa). EZB-Chefvolkswirt Philip R. Lane hat die Handlungsbereitschaft der Notenbank im Falle einer zu stark steigenden Teuerung betont. „Wenn wir Daten bekämen, die darauf hindeuten, dass die Inflation im Verhältnis zu 2 Prozent zu hoch wäre, würden wir natürlich reagieren“, sagte Lane in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der litauischen Zeitung „Verslo žinios“.

„Die erste Entscheidung in diesem Szenario wäre die Beendigung der Nettokäufe. Und erst nach der Beendigung der Nettokäufe von Vermögenswerten würden wir uns mit den Kriterien für eine Anhebung der Zinssätze befassen“, erklärte Lane.

EZB strebt stabile Teuerungsrate von 2 Prozent an

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum ein stabiles Preisniveau bei einer jährlichen Teuerungsrate von 2 Prozent an. Sie akzeptiert es, wenn diese Marke zeitweise etwas über- oder unterschritten wird. In Deutschland lagen die Verbraucherpreise im Dezember um 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Euroraum betrug die Inflation im Dezember 5,0 Prozent. Vor allem der Anstieg der Energiepreise und Lieferengpässe heizten die Teuerung an.

Inflation soll im Lauf des Jahres spürbar sinken

Lane sagte, er halte es für weniger wahrscheinlich, über ein Szenario nachzudenken, in dem die Inflation dauerhaft und deutlich über 2 Prozent liegt, was „eine beträchtliche Straffung“ der Geldpolitik erfordern würde. „Mit Blick auf das Jahr 2022 gehen wir davon aus, dass die Inflation zu Beginn des Jahres hoch bleiben wird, aber im weiteren Verlauf des Jahres, insbesondere gegen Ende des Jahres, zurückgehen wird“, bekräftigte Lane. „Es ist also ein Jahr, in dem die Inflation in der ersten Jahreshälfte noch hoch bleiben wird. Aber wir erwarten, dass sie im weiteren Verlauf des Jahres recht stark zurückgehen wird.“

Autor

 Deutsche Presseagentur