Rente / 28.08.2018

Initiative fordert Stopp des Rentenpakets

Arbeitgebernahes Institut sieht nach 1974 geborene Jahrgänge als Verlierer der geplanten Leistungsausweitungen.

Berlin (insm/sth). Einen Stopp des von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geplanten Rentenpakets hat die von Arbeitgeberverbänden getragene Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gefordert. Die von der Bundesregierung vorgesehene doppelte Haltelinie mit einem Rentenniveau von mindestens 48 Prozent und einem Rentenbeitrag von höchstens 20 Prozent "würde im Jahr 2025 zusätzliche Steuergelder von 17 Milliarden Euro erfordern", heißt es in einer Mitteilung der INSM unter Berufung auf Berechnungen des Prognos Instituts. Im Jahr 2030 wären demnach bereits 46 Milliarden Euro und 2040 sogar 118 Milliarden Euro nötig.

Während alle derzeitigen Rentner und rentennahen Jahrgänge "zu den eindeutigen Profiteuren" einer Festschreibung des Rentenniveaus gehörten, müssten künftige Generationen mit empfindlichen Einkommenseinbußen rechnen, heißt es in der Studie. Ziehe man von den höheren Auszahlungen die höheren Beitrags- und Steuerbelastungen ab, zahle ein heute 17-Jähriger für die doppelte Haltelinie "im Schnitt über 9.000 Euro drauf, während ein heute 50-Jähriger fast 33.000 Euro zusätzlich bekäme", rechnet das Prognos-Institut vor. Den größten Teil der insgesamt nötigen Zusatzausgaben von 1.313 Milliarden Euro müssten den Berechnungen zufolge aber künftige Generationen tragen.

"Finanzielle Unwucht"

Auch das kurz vor dem Kabinettsbeschluss stehende Rentenpaket habe eine "finanzielle Unwucht zu Lasten jüngerer Generationen", heißt es seitens der INSM. Studienautor Stefan Moog vom Prognos Institut wird mit den Worten zitiert: "Das Rentenpaket 2018 führt nicht nur kurz- und mittelfristig zu einer Belastung der Beitrags- und Steuerzahler, sondern auch langfristig. Die Gewinner des Rentenpakets 2018 sind die Geburtsjahrgänge bis 1974. Diese erhalten unter dem Strich zusätzliche Leistungen im Gegenwert von 343 Mrd. Euro." Verlierer des Rentenpakets seien die nach 1974 geborenene Jahrgänge, so Moog weiter. Für sie summiere sich die "Mehrbelastung netto auf einen Betrag von 94 Milliarden Euro". Damit verbleibe eine "Finanzierungslücke zu Lasten zukünftiger, noch nicht geborener Generationen in Höhe von 248 Milliarden Euro".

"Wir müssen die Fakten akzeptieren: In Zukunft wird es mehr Rentner und weniger Beitragszahler geben", so INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr bei der Vorstellung der Prognos-Studie. Ehrliche Rentenpolitik sorge für einen gerechten Ausgleich der Folgen. "Eine doppelte Haltelinie, aber auch die zusätzliche Mütterrente, spaltet die Generationen in Gewinner und Verlierer. Das muss verhindert werden", erklärte Pellengahr.

Mehr zum Thema:

www.insm.de

Link zur Studie "Verlässlicher Generationenvertrag?" des Prognos Instituts im Auftrag der INSM