Finanzen / 14.05.2021

Investment: Rentiert sich der Kauf von Feld, Wald und Wiese?

Die heimische Scholle als Anlagemöglichkeit: Was dabei zu beachten ist.

Investment: Rentiert sich der Kauf von Feld, Wald und Wiese? – Feldarbeiter auf einem Acker.

Berlin (dpa/tmn). Kartoffeln vom eigenen Acker, Eier von glücklichen Hühnern und viel frische Luft: Den Traum vom Landleben oder gar als Landwirt träumen viele. Der Einstieg als Anleger in diese Spezialimmobilienklasse erfordert jedoch Kapital und Geduld sowie einen Plan zur Bewirtschaftung der Flächen.

Flächen sind knapp

Land- und forstwirtschaftliche Flächen in Deutschland sind teuer – auch als Investment. „Die Preise haben sich seit der Finanzkrise 2008 verdoppelt, und regional mehr als verdreifacht“, sagt der Fachbereichsleiter Recht, Steuer und Soziales des Deutschen Bauernverbands (DBV), Wolfgang Krüger.

Das hängt mit der Flächenknappheit und der Suche nach sicheren Geldanlagen zusammen. Nach DBV-Angaben wird pro Jahr im Schnitt höchstens ein Prozent des Acker- und Gründlands gehandelt. Das macht es kostbar für Landwirte wie für Kapitalanleger. Beide Gruppen konkurrieren miteinander. „Es ist ein umkämpfter Markt. Die Interessenten überbieten sich, obwohl aus der landwirtschaftlichen Produktion die Preise nicht mehr refinanziert werden können“, beschreibt Krüger die Situation. Sie bereitet ihm Sorgen, weil Bauern häufig das Nachsehen haben. Selbst die Ausübung des Vorkaufsrechts werde für sie zu teuer.

Kleinanleger müssen Umwege gehen

Auf der Investmentseite beackern vorwiegend Vermögensverwalter das Feld. Sie arbeiten im Auftrag solventer Kunden. Sie erwarten keinen hohen, aber einen stabilen Profit. Der auf Land- und Forstimmobilien spezialisierte Makler Christoph Freiherr Schenck zu Schweinsberg aus Hamburg nennt als Hausnummer „ein bis zwei Prozent jährlich“.

Ein großflächiges Investment setzt eine Menge „Heu“ voraus. „Die Geldanlage ist eher für große Vermögen geeignet“, sagt Maximilian Graf von Maldeghem. Seine in Weinheim ansässige Firma Latifundium berät zu Kauf und Bewirtschaftung von Land- und Forstflächen. Die Kundschaft bringt in der Regel etliche Millionen Euro finanzieller Ressourcen mit.

Kleinanleger haben andere Optionen, von der Scholle zu partizipieren. Eine sei, Anteile an in den USA gelisteten Unternehmen zu erwerben, die in Wald investieren oder sich an holzverarbeitenden Betrieben zu beteiligen, meint von Maldeghem. Schwierig sei jedoch, von Deutschland aus die Qualität internationaler Investments zu bewerten.

Vorsicht vor hohen Renditeversprechen

Der Weg zur Direktinvestition kann über das Internet führen. „Bei Ebay werden manchmal kleine Flächen angeboten“, weiß von Schenck. Ein Hektar reicht immerhin für Ackerbau und Viehzucht zur Selbstversorgung. Wer sich in dieser Größenordnung engagiert, bleibt innerhalb der für landwirtschaftliche Flächen geltenden gesetzlichen Genehmigungsfreigrenzen. „Diese liegen je nach Bundesland zwischen 0,25 und 2 Hektar“, erläutert Wolfgang Krüger.

Fondsbeteiligungen mit hohen Renditeversprechen, wie sie häufig online zu finden sind, beäugen die Fachleute äußerst skeptisch. Zum einen, weil die angepriesenen Wertsteigerungen rein spekulativ seien. Zum anderen aufgrund hoher Vertriebs- und Werbungskosten, die den Gewinn schmälern. „Anleger holen sich ein hohes Risiko rein, das sie nicht haben wollen“, sagt Maximilian von Maldeghem. Der Gedanke widerstrebe auf Solidität bedachten Schollen-Anlegern.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst