Rente / 09.11.2021

Italiener und Türken sind größte ausländische Rentnergruppen

Mehr als 2,8 Millionen Frauen und Männer mit nicht-deutschem Pass haben hierzulande Rentenansprüche erworben – vor allem Südeuropäer.

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Bad Homburg (sth). Ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spielen eine immer größere Rolle für die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Fast 6,8 Millionen Frauen und Männer mit nicht-deutschem Pass waren nach Angaben des jetzt veröffentlichten DRV-"Rentenatlas 2021" Ende des Jahres 2019 als "aktiv Versicherte" gemeldet – zum Beispiel als Erwerbstätige, Kinder erziehende Mütter oder Väter, als häuslich Pflegende oder Bezieher von Arbeitslosengeld. Das waren etwa 2,7 Mal so viele ausländische Beitragszahler wie 1992 – dem ersten Jahr mit Daten für das wiedervereinigte Bundesgebiet. Mit den von ihnen, dem Bund, den Pflegekassen oder der Arbeitsagentur gezahlten Rentenbeiträgen erwerben Ausländer vor allem für ihre eigene Rente wichtige Ansprüche.

Viele Zuwanderer aus den ersten großen Migrationswellen der 1950er- und 1960er-Jahre sind inzwischen im Ruhestand – und leben nun überwiegend oder teilweise von ihrer deutschen Rente. Die größten Gruppen unter den mehr als 2,8 Millionen ausländischen Rentnerinnen und Rentnern, die Ende 2020 gezählt wurden, sind nach aktuellen DRV-Daten Italiener (509.000), Bürger aus den Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien (440.000) und Türken (437.000). Darüber hinaus bilden Spanier (216.000), Griechen (170.000) und Österreicher (152.000) große Zuwanderer-Einheiten. Auch die Zahl ausländischer Rentner stieg damit seit der deutschen Einheit um das 2,6-fache.   

Italiener und Türken gehen in den Ruhestand

Zuletzt traten den neuen DRV-Daten zufolge vergleichsweise viele Türken (knapp 27.000) und Italiener (mehr als 26.000) in den Ruhestand. Aber auch Frauen und Männer aus Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und den anderen Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien (knapp 19.000) gingen 2020 verstärkt in Rente. Auf den weiteren Plätzen folgten Griechen (8.100), Spanier (7.400) und Österreicher (6.700). Da viele Zuwanderer aus diesen Staaten schon vor Jahrzehnten – teilweise noch als Kinder und Jugendliche – nach Deutschland kamen, dürften diese Nationalitäten auch in den kommenden Jahren die stärksten Gruppen unter den neuen Rentnerinnen und Rentnern bilden.

Ein Blick auf die Zahl deutscher Renten, die an Ausländer im Ausland gezahlt werden, zeigt auch: Nur ein Teil der Zuwanderer zieht im Alter wieder in die Heimatländer zurück. Während viele ältere Menschen aus den Nachbarländern (z.B. Niederlande, Frankreich, Österreich) sowie aus Italien und dem früheren Jugoslawien offenbar eine Rückkehr-Sehnsucht verspüren, bleiben viele Türkinnen und Türken im Rentenalter den DRV-Daten zufolge dauerhaft in Deutschland. 

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Autor

Stefan Thissen